Jahresarchiv für 2008

Was so zu sehen war…13./14.12.2008

Mittwoch, den 17. Dezember 2008
Tags , , , , , , , , , , , , ,

Am letzten Wochenende haben wir wieder spannende Beobachtungen an unserem Natursitzplatz gemacht.

Bei kaltem Wetter um die 0°C und bedecktem Himmel sind wir losgezogen, um Gipsabdrücke von Tierspuren zu machen. Das ist ganz einfach: Aus Pappe einen Ring ausschneiden und mit Tesa zusammenkleben. Dann muss man sich einen schönen, möglichst gut erhaltenen Abdruck suchen und den Ring drumherum etwas in die Erde drücken. Dann Gips mit Wasser anrühren (nicht zu dick und nicht zu flüssig) und vorsichtig in die Spur gießen. Einige Zeit warten, bis es fest wird und dann den überschüssigen Sand entfernen. Wenn Ihr einen Sandkasten zu Hause habt und ein Haustier dann geht das wunderbar auch dort! Hier könnt Ihr den Gipsabdruck sehen, den wir am Samstag gegossen haben - wer kann erraten, von welchem Tier er wohl stammen könnte?

gipsspur.JPG

Als wir in der Zwischenzeit still an unserem Platz am Waldrand saßen, konnten wir einen Falken bei der Jagd beobachten. Er “rüttelte” über der Wiese, d.h. er stand quasi mit schnellen Flügelschlägen still in der Luft und visierte seine Beute an. Nach und nach kam er stufenweise tiefer, bis er aus recht niedriger Höhe steil und pfeilschnell herabstieß. Eine mühselige und nicht immer von Erfolg gekrönte Jagdweise - es brauchte einige Versuche, bis der Vogel erfolgreich war. Was uns sehr erstaunt hat war, dass er mit seiner Beute hoch auf den Wipfel eines Baumes geflogen ist, um dort zu fressen. Später folgten noch einige Beuteflüge direkt vom Baum aus, jedoch alle erfolglos. Hier ein paar Bilder (leider aus einiger Entfernung, mehr gibt meine Kamera nicht her):

falki3.JPG falki2.JPG

Sonntags waren wir dann einfach nur an einer anderen Stelle am Waldrand spazieren und auch hier jagte wieder ein Falke über dem abgeernteten Feld. Die Kinder spielten am Bach auf einem umgestürzten Baum und hatten Ihren Spaß… Schaut nur die leuchtenden Farben dieser Flechten auf einem abgebrochenen Ast! Und welcher Baum hat trägt diese zwei unterschiedlichen Anhängsel? Die Tautropfen auf den Grashalmen vergrößern wie kleine Lupen!

flechten2.JPG querschnitt1.JPG

grashalme.JPG baumbluten5.JPG

Ich wette, Ihr könnt da draußen auch solche tollen Sachen finden - also, Augen auf!

“Natur erleben” Dezember 2008

Donnerstag, den 4. Dezember 2008
Tags , , , , , , , ,

Hallo da Draußen!

Hier ist sie - die neuste Ausgabe von “Natur erleben” aus dem Familienmagazin Rappelpost. Dich erwarten Spiele, Übungen für die Sinne und wie immer viele Tipps für deine Naturbeobachtungen.

Klick einfach auf das Bild..

Natur erleben - Dezember 2008

Hab eine ruhige, besinnliche Winterzeit und möge dir 2009 viel Gesundheit, Freude und Harmonie bringen.

Herzliche Grüße

Axel - der wurzeltrapp

Beobachtungen Oktober / November 2008

Montag, den 17. November 2008
Tags , , , , , , , , , , , ,

15.10.2008
Freitag – mein „Frei-Tag“ d.h. nachdem Wolf zur Schule abgezischt ist, geht es für mich los zum Platz – auf diese Zeit „mit mir selbst“ freue ich mich immer schon die ganze Woche. Es ist noch etwas dämmerig und bedeckt, aber dafür sehr schön ruhig. Als es Zeit ist zu gehen, zeigt sich die Sonne und mir fällt diese frische Losung auf (Reh…?)

Losung

Und die unvermeidlichen Flieger…a lot of traffic

Traffic

Dazu am Wegesrand (musste ich wegen der leuchtenden Farben einfach ablichten…)

Blume

17.10.08
Heute sind wir zunächst zum Ententeich im Bieberer Wald gelaufen. Dort schlagen wir uns in die Büsche und gehen am lehmigen, schlammigen Ufer entlang. Massenhaft Spuren…offensichtlich kommen die Rehe zum Trinken dorthin. Hinter dem Teich kommen wir wie vermutet an unserem „Sitzplatz 3“ heraus. Dort entdecken wir diese sonderbar geformten Pilze, die beiden unteren in der schrillen Farbe Lila!:

Alienpilz Moospilze
Gehirnpilz

Wolf hört zuerst das Reh, das wir aufgescheucht haben und sieht es auch fortspringen, während ich mit meinen verschlammten Schuhen beschäftigt bin… Dieses Netz fanden wir an einem enorm langen Haltefaden (bestimmt 3 m lang!) gespannt zwischen zwei Bäumen, unglaublich wie stabil diese Spinnenfäden sind!

Spinne im Netz

24.10.08
Ich bin heute schon sehr früh unterwegs, die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Heute gab es den ersten Nachtfrost. Man sieht jeden Atemhauch als Wölkchen in der Luft. Als ich an der Wiese ankomme, ist alles mit Reif überzogen. Bei jedem Schritt knistern die gefrorenen Halme unter meinen Füßen und der Frost hat zudem überall abstrakte Muster aus Eiskristallen hingezaubert: Spinnennetz, Gräser und Klee

Frost Gräser
Klee

Langsam geht die Sonne auf, noch ist es dämmrig (das Bild natürlich ist nur ein müder Abklatsch der Wirklichkeit draußen)

Sonnenaufgang Aufgang 2

Auch die Vögel werden langsam munter. Nach einer Weile fällt mir eine Stimme besonders auf, die ich bisher am Platz nie gehört habe. Erst hinter mir im Gestrüpp, dann neben mir im Haselstrauch: Ein hohes, fast schrilles, plapperndes Gezwitscher. Das macht mich wirklich neugierig. Ich höre die Vögel in den Zeigen über mir umherhüpfen. Plötzlich fliegt einer auf einen Zweig „meiner“ Eiche – nur knapp 1 m von meiner Nase entfernt. Der winzige Kerl schaut mich an (zumindest empfand ich das so !), zwitschert wieder los und fliegt zum nächsten Zweig, wo er wie ein Kolibri flatternd in der Luft schwebend an einem Blatt herumpickt.

Das sonderbare war, dass ich das alles wie in Zeitlupe wahrgenommen habe und jedes Detail sich eingeprägt hat. Ich sehe jetzt noch genau die Szene vor mir – die schwirrenden Flügelchen und die leicht angezogenen Vogelbeinchen mit gekrümmten Krallen währenddessen. (Es war übrigens ein Wintergoldhähnchen, konnte ich dann zu Hause ja leicht im Bestimmungsbuch nachschlagen…).

Jedenfalls ein ganz besonderer Morgen, den ich so schnell nicht vergessen werde!

26.10.2008 Fasanerie Klein Auheim: Rotwild und Kolkrabe

Rot und Wild Rabe

Ich wusste gar nicht, dass Kraniche rote Augen haben! Weisstörche…

Kranich mit rotem Auge Störche

30.10.2008 Regenbesuch am Platz

Am Platz

Ein Admiral - Auf dem Rückweg zum Auto sahen wir dieses Prachtexemplar (saugte zuerst an faulem Obst)

Admiral

Bilder Rätsel

Mittwoch, den 15. Oktober 2008
Tags , , , , , ,

Wenn wir ruhig im Wald an unserem Platz sitzen, hört man es zur Zeit überall knistern rascheln. Das sind nicht nur die Blätter, die jetzt von den Bäumen herabfallen (denn das kann man auch HÖREN, versucht es mal!). Es hört sich eher an, wie ein leichter Regen, der sanft auf die Blätter prasselt. Hier stehen viele alte Eichen und wenn man sich den Boden mal genauer ansieht, liegen dort viele weißliche flache runde Dinger, die wie Linsen aussehen.

G_Linsen

Da haben wir uns auch die abgefallenen Blätter mal genauer angesehen und festgestellt, dass die runden Scheibchen an der Unterseite der Eichenblätter haften.

G

Was kann das nur sein? Wir haben es schon herausgefunden….!

Auf dem angrenzenden Feld haben wir diese Spur gefunden. Der Boden daneben war ganz durchwühlt. Wer hier wohl sein Unwesen getrieben hat?

Spur

In der letzten Woche haben wir diese goldgelben, mit braunem Flaum überzogenen Früchte geerntet.

Früchte

Daraus kann man leckeres Gelee kochen. Und wenn Ihr nur riechen könntet, wie herrlich sie duften. Unser ganzes Wohnzimmer riecht danach! Und warum die Natur hier Buchstaben mit Wurzeln schreibt ist, auch ziemlich rätselhaft, oder?

X

Geht hinaus und haltet die Augen offen – es gibt so viel zu entdecken!!

Naturerlebnisse September 2008

Mittwoch, den 8. Oktober 2008
Tags , , , , ,

Mein Sohn hat vor ein paar Tagen den September in „Spinnenmonat“ umgetauft – überall begegnen wir den achtbeinigen Netzbaukünstlern. Die umherfliegenden unsichtbaren Spinnenfäden verschaffen einem im Altweibersommer unverhoffte „Streicheleinheiten“ wenn man durch den Wald oder über Wiesen wandert.

Minispinne Spinne

Der beginnende Herbst wartet mit kräftigen Farben auf und jeden Tag färben sich die Blätter schon etwas mehr ein. Die Roteichen auf Wolfs Schulweg gleichen mit ihrer gelb-rot-orangenen Färbung einem Flammenmeer.

Pfaffenhütchen Schwebfliege

Am letzten Sonntag sind wir bei herrlichem Spätsommerwetter quer durch den Bieberer Wald gestreift. An einer Stelle, an der Wolf schon öfter an einem Haselstrauch „Specht“ gespielt hat, fiel uns der aufgewühlte Boden auf. Ob dies die Wildschweine waren? Leider lag auch wieder viel Müll an der Stelle und mein neugieriger Sohn fing an zu graben. Plötzlich hielt er einen ganzen Packen Bankkarten, persönliche Dokumente und einen Personalausweis in der Hand. Offensichtlich der Inhalt eines kompletten Portemonnaies. Anhand des Personalausweises konnte ich die Sachen der glücklichen Besitzerin wieder übergeben. Die Sachen waren vor 2 Monaten aus einem aufgebrochenen Auto gestohlen worden! So sind wir nichtsahnend in einen richtigen Krimi geraten…Auf dem Rückweg durch eine ungemähte Wiese haben wir ein Reh aufgescheucht, das hier geschlafen hat.

Rehbett

“Natur erleben” Oktober 2008

Donnerstag, den 2. Oktober 2008
Tags , , , , , ,

Nun ist es also soweit! Der sechste und letzte Teil der Reise durch den alten Jahreskreis ist da! Ich hoffe du hattest bisher eine angenehme Reise mit vielen Aha-Erlebnissen?!

Begleite mich mit dem Lauf der Sonne auf dem letzten Stück der Reise in den Nordwesten!
Wie immer mit Tipps zum Beobachten in der Natur, Wissenswertem zum Wetter, Bräuchen und und und

Klick einfach auf das Bild

Natur erleben - Oktober 2008

Den ersten Teil der Reise durch den Jahreskreis findest du hier - Klick mich

Den zweiten Teil der Reise durch den Jahreskreis findest du hier - Klick mich

Den dritten Teil der Reise durch den Jahreskreis findest du hier - Klick mich

Den vierten Teil der Reise durch den Jahreskreis findest du hier - Klick mich

Den fünften Teil der Reise durch den Jahreskreis findest du hier - Klick mich

Der Klee (Trifolium spp.)

Sonntag, den 21. September 2008
Tags , , , ,

Heute möchte ich wieder ein Pflanzenwesen vorstellen, das jeder kennt aber kaum einer beachtet. Es ist in unserer Natur heimisch, ist in direkter Umgebung zu finden, kommt sehr häufig vor und blüht sogar noch im Moment. Also raus an die frische Luft und Ausschau nach diesem wunderbaren Pflanzenwesen halten.

Auf unseren Grasflächen ist er fast überall anzutreffen. Er mag am liebsten etwas feuchten Boden. Unter guten Bedingungen wird er 50 cm hoch. Der Klee hat rosa oder weiße Blütenköpfe mit unzähligen Blütenblättern. Seine hellgrün gezeichneten Blätter sind wechselständig und dreiteilig gefiedert.

Klee 01 Klee 02

er Klee ist abhängig von Langrüsselhummeln, die für seine Bestäubung sorgen. Oma sagt, dass bei Katzenfreunden viel Klee auf dem Rasen wächst! Katzen sind die Feinde der Mäuse und diese sind die Hauptfeinde der Hummeln. Wenige Mäuse = viele Hummeln = viel Klee. Also könnte was dran sein an der Volksweisheit. Der Klee war früher eine der wichtigsten Futterpflanzen und so auch ein Symbol für Frische. Glück bringt der seltene „vierblättrige“ Klee.

Seine Blätter sind sehr eiweißreich und können wie Spinat zubereitet werden. Sie haben kaum Eigengeschmack und mögen die Gesellschaft von Bärlauch oder Löwenzahn sehr gerne. Seine jungen Blütenköpfchen geben Salaten eine bunte und süßliche Note. In Notzeiten kann aus den getrockneten Blüten Mehl hergestellt werden.

Auch als Medizin hat er seine Qualitäten. Er ist Magen- und Leberwirksam, hustenlösend und entkrampfend. Seine Blüten sind als Hustenmittel sehr beliebt. Dazu bereitet man einen Tee aus den getrockneten Blüten und lässt ihn zugedeckt 15 Minuten ziehen. Zwei bis drei Tassen dieses aromatischen Tees kann man am Tag vertragen. Alternativ werden die frischen Blüten für mehrere Wochen in Honig eingelegt. Nachdem der Honig abgeseiht ist, kann man ihn pur einnehmen. Ich liebe es damit meinen Tee zu süßen. Achtung, der Honig hält sich wegen der aufgenommenen Flüssigkeit nur einige Wochen im Kühlschrank.

Gesammelt werden die Blüten von Juni bis September, die Blätter können das ganze Jahr hindurch geerntet werden. Klee macht sich sehr gut in Wildgärten, vor allem bei Katzenfreunden - wie wir gelernt haben. Auf diese Art ist auch der Nachschub an eiweißreicher Grünkost gesichert.

Wichtig: Ernte nur das, was du zu 100% kennst. Alles andere ist Leichtsinn und kann tödlich enden. Nimm von 10 Pflanzen immer nur eine, der Rest bleibt stehen! Erkläre der Pflanze, warum du das tust und danke ihr für die Gaben, die sie bereithält für dich.

Beobachtungen August/September 2008

Donnerstag, den 18. September 2008
Tags , , , , , ,

Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu – dafür bietet die Natur reich gedeckten Tisch. An den Sträuchern und Bäumen leuchten farbenfroh dicke, bunte Früchte. Rote Hagebutten, schwarzer Holunder, Äpfel, Birnen, Zwetschgen und die sich bereits einfärbenden Blätter bieten Anregung für alle Sinne.

Speierling Beeren
Und noch viel mehr Beeren
Noch mehr Beeren

An unserem Sitzplatz sind endlich auch wieder vermehrt die Stimmen unserer Vogelfreunde zu vernehmen, die in den Wochen der Sommerhitze nur sehr selten zu vernehmen waren. Dafür begleitete uns in dieser Zeit das beruhigende Gezirpe unzähliger Insekten auf der Wiese. Viele Schmetterlinge und Insekten sind zur Zeit noch unterwegs – begegnen sich zwei Kohlweißlinge, so fliegen Sie kurze Zeit umeinander herum, was wie ein taumelnder, federleichter Tanz wirkt.

Schmetterling Bläuling

Am letzten Sonntag sind wir spontan zu einem Streifzug quer durch den Wald aufgebrochen. Unglaublich, was uns da wieder alles begegnet ist. In einem abgestorbenen Baumstamm hat mein Sohn Wolf sofort das Gesicht eines Mannes erkannt!

Baumgesicht

Am Fuße dieses Baumes fiel mir dann diese Spinne ins Auge, da sie am Hinterleib diese unregelmäßige, taubenblaue Färbung hatte. Als ich sie näher betrachtete, erkannte ich, dass sie tatsächlich ihren ganzen Nachwuchs auf dem Buckel mit sich herumtrug: unzählige winzige blaugraue Spinnenbabys!!

Spinnenkindergarten

Wolf fand dann unter einem Stück Baumrinde diese marmorierte Nacktschnecke und später entdeckten wir diesen sonderbaren Schneckenreigen

Marmorschnecke Schneckenreigen

Trockener Kommentar meines 7-jährigen Sohnes: „Die paaren sich!“. Überhaupt waren viele Schnecken unterwegs – auch diese hier fanden wir an einem Pilz fressend.

Pilzschnecke

Morgens kann man auf der Wiese Unmengen von Spinnenweben finden, die mit Tautröpfchen behaftet silbrigweiß glitzern. Ein wunderschöner Anblick, auch wenn wir uns -wie ein Storch staksend- ehrfürchtig drumherumschleichen müssen, um zu unserem Platz zu gelangen….

Spinnennetz Noch ein Spinnennetz

Das Johanniskraut (Hypericum perfoliatum)

Mittwoch, den 3. September 2008
Tags , , , ,

Heute möchte ich wieder ein Pflanzenwesen vorstellen, das jeder kennt aber kaum einer beachtet. Es ist in unserer Natur heimisch, ist in direkter Umgebung zu finden, kommt sehr häufig vor und blüht sogar noch im Moment. Also raus an die frische Luft und Ausschau nach diesem wunderbaren Pflanzenwesen halten.

Zum alten Fest der Sommersonnenwende am 21. Juni blüht das Johanniskraut. An diesem Tag steht die Sonne am höchsten und schenkt uns den längsten Tag im Jahr. So ist es nicht verwunderlich, dass diese Pflanze nur so von Sonnenenergie und Licht durchzogen ist. Sie hat die Kraft Licht ins Dunkel zu bringen. Schauen wir uns das Johanniskraut doch etwas genauer an.

Johanniskraut 01 Johanniskraut 02

Das bis zu ein Meter hohe Johanniskraut liebt sonnige, trockene Plätze und kommt in unseren Breitengraden sehr häufig vor. In meiner Gegend ist es auf mageren Wiesen, an Wegrändern und sonnigen Waldrändern zu finden.
Die goldgelben Blüten haben 5 Blütenblätter, viele Staubblätter und kleine schwarze Punkte. Ein harter, zweikantiger, mit Mark gefüllter Stängel verzweigt sich nach oben buschartig. Die Blätter haben keinen Stiel und sitzen gegenständig am Stängel. Sie sind eiförmig bis elliptisch und haben einen glatten Rand. Hält man so ein Blatt gegen das Licht, wirkt es durch die Öldrüsen wie perforiert – daher auch der wissenschaftliche Name. Ein sicheres Kennzeichen ist der rote Saft der Blüten, der beim Zerreiben die Finger violett färbt.

Es gibt einiges an Brauchtum und Mysterien um das Johanniskraut. So wurden zu Johanni, dem 24. Juni, Kränze aus Johanniskraut als „Blitz Zauber“ auf die Hausdächer gesteckt. Bei Gewitter half etwas Kraut um den Herd. Auch als Mittel gegen Stichwunden wurde das Kraut verwendet – die „durchstochenen“ Blätter und der blutrote Saft der Blüten waren die Zeichen der Signaturenlehre.

Heute ist das Johanniskraut ein beliebtes Nerven- und Wundheilmittel. Selbst Paracelsus hat damals schon Johanniskraut gegen Depressionen und Melancholie verwendet. Außerdem hat das Johanniskraut eine allgemein kräftigende Wirkung und ist eine Hilfe bei geistiger Erschöpfung und in der Rekonvaleszenz. Klingt doch wie gemacht für unsere Zeit, oder? Aber Achtung, während einer Johanniskrautkur besser nicht in die pralle Sonne, denn die Lichtempfindlichkeit der Haut ist erhöht und es kann zu Hautreizungen kommen. Bei einem Sonnenbrand hilft dann aber das Öl des Krauts! Auch kann das Johanniskraut den Wirkstoffspiegel mancher „Medikamente“ herabsetzen, wie zum Beispiel der Antibabypille. Bitte vor einer Einnahme bedenken.

Bei Rheuma-, Gischt- und Nervenschmerzen wird ebenso Johanniskrautöl verwendet wie bei Brandwunden. Es sollte in keiner Hausapotheke fehlen. Achtet beim Kauf von Johanniskrautöl auf eine Olivenölbasis – in Apotheken als offenes Johanniskrautöl nach Arzneibuch zu bekommen.

„Licht ins Dunkel“ bringt ein Tee aus der getrockneten Pflanze. Sie wird über der Erde abgeschnitten und in lockeren Büscheln im Schatten aufgehängt. Das so getrocknete Kraut wird klein geschnitten und trocken gelagert. Gesammelt wird von Johanni bis Ende September. Bei gekauftem Tee darauf achten, dass keine vierkantigen Stängel darin sind – das sind Johanniskraut - Arten von minderer Heilqualität. Tee am besten mit kaltem Wasser ansetzen, kurz aufkochen und zugedeckt etwas ziehen lassen. Täglich werden 1 – 3 Tassen getrunken. Am besten wirkt Johanniskraut als Kur über 4 bis 12 Wochen. Übrigens die Blätter vom Johanniskraut sind auch roh gut in einem Wildsalat genießbar.

Wichtig: Ernte nur das, was du zu 100% kennst. Alles andere ist Leichtsinn und kann tödlich enden. Nimm von 10 Pflanzen immer nur eine, der Rest bleibt stehen! Erkläre der Pflanze, warum du das tust und danke ihr für die Gaben, die sie bereithält für dich.

September 2008 - Natur Beobachtungen

Sonntag, den 31. August 2008
Tags , , , ,

Welche Pflanzen blühen gerade in deiner Umgebung?

Welche Sträucher tragen bei dir gerade Früchte?

Was tun die Insekten in deiner Gegend jetzt?

Wann und wo haben sich bei dir die Schwalben zum Abflug gesammelt?

Wann war bei dir der schwarze Holunder reif?
Wann hast du die erste Kastanie gefunden?

Wann und wo hast du die Kraniche ziehen sehen?

Was war sonst noch los in der Natur?

Schreibe einen Kommentar und teile deine Beobachtungen!