Fuchsnachwuchs

Vor einigen Wochen hat unsere Wildkamera ein wunderbares Bild von einer Fuchs Fähe aufgenommen, die offensichtlich Jungtiere zu versorgen hat. Heute bin ich heute dann auch den Welpen begegnet, die jetzt bereits auf eigene Faust herumstreifen. Einen Fuchs konnte ich auch beim „Mäuseln“ beobachten – wobei das Tier so vertieft war, dass es mich erst bemerkte, als ich auf ein paar Meter heran war. Dann hat er aber ganz schnell Fersengeld gegeben und ist über die Böschung im hohen Gras verschwunden. 😛

 

Es ist eine große Freude zu sehen, dass die Füchse hier offensichtlich alle gesund sind und die schlimme Zeit der Räude, die noch vor 2 Jahren hier grassierte, nun vorbei zu sein scheint.

Die Aufnahmen der Fuchsfähe waren übrigens eine der letzten unsere Wildtierkamera, da uns nun auch die letzte Kamera gestohlen wurde (übrigens aus dem umzäunten und eigentlich nicht zugänglichen Schneckenberggelände heraus!!). Darüber sind wir sehr traurig, da wir Euch nun keine Bilder „unserer“ Wildtiere mehr zeigen können.

Schneckentempo

Endlich hat es heute nach der langen Trockenheitsphase mal wieder geregnet. Dass das für heute am 1. Mai geplante Vereins Lagerfeuer deshalb ausfallen musste ist zwar schade, aber ich denke wir alle sind froh, dass der lang ersehnte Regen gekommen ist. Erde und Pflanzen mussten schon viel zu lange auf das lebensspendende Nass warten, denn es gab seit Monaten schon keine ausreichenden Niederschläge mehr.

Die gewonnene Zeit wurde dann für einen Regenspaziergang am Schneckenberg im geruhsamen Schneckentempo genutzt. Dabei machte der Schneckenberg seinem Namen alle Ehre, denn auf der kurzen Strecke zwischen Tor und Wasserbecken zählte ich alleine 216 ( ! ) Weinbergschnecken!!! Der erste Regentag seit Wochen hat anscheinend auch sie aus ihren Verstecken gelockt. Ihre große Zahl heute war dann schon beeindruckend. Zumal ich nur schnell nur im Vorbeigehen  auf und direkt neben dem Weg gezählt und nicht extra Schnecken gesucht habe…

 

Nehmen wir uns doch alle Beispiel an den Schnecken, lassen Stress und Hektik von uns abprallen, schalten ab und zu einmal eine Gang herunter und genießen die Qualitäten der Langsamkeit. Laaaaaaaangsaaaaaaaam…

Spuren im Januar

Kaum zu glauben, dass der erste Monat des Jahres 2017 nun schon fast hinter uns liegt. Der unerwartet sonnige Sonntag heute lud daher nochmal zu einem Monatsabschlusstreifzug ein.  Fast die ganze Zeit über begleiteten mich die hohen, zirpenden Kontaktrufe der Wintergoldhähnchen (Regulus regulus), die zu den kleinsten unserer europäischen Vögel gehören. Unterwegs sah ich auch immer mal wieder eines durch Büsche und Gestrüpp huschen. Sie sind ständig in Bewegung aber dabei gar nicht menschenscheu. Schaut mal, was wir Euch sonst noch an Eindrücken und Bildern mitgebracht haben (auf die Bilder klicken für mehr Text):

Ganz besonders habe ich mich heute über das Pappelknospengeschenk gefreut. Normalerweise kommt man ja nicht so einfach an die hoch oben in den Baumronen sitzenden Knospen heran – und wirklich häufig sind Pappelbäume auch nicht mehr. Also habe ich fleißig eingesammelt, was da auf dem Boden lag. Wofür? Ja, das werdet Ihr bald noch erfahren hier in unseren blog. Also, schaut bald mal wieder vorbei!

Ach ja – falls Ihr es noch nicht bemerkt habt – unser Veranstaltungskalender 2017    ist online!

Hiergeblieben…

Ihr werdet es sicher selbst gemerkt haben – denn es ist eigentlich unverkennbar: es ist still geworden in den Wäldern. Denn ein Großteil der gefiederten Sänger ist fortgezogen in den warmen Süden, wo es den Winter über bessere Futter- und Lebensbedingungen gibt. Dennoch gibt es  Vögel, die auch zu dieser Jahreszeit in ihrer Heimat bleiben oder eben nur kurze Strecken ziehen. Leise bleibt es trotzdem – denn es gibt ja eigentlich auch keinen Grund, um zu singen, oder etwa doch? Achtet in den nächsten Wochen mal darauf, denn es gibt geflügelte Freunde, die gerade jetzt schon Gesänge verlauten lassen, um frühzeitig Ihr Revier abzugrenzen – oder sogar wie einige Eulen im tiefsten Winter Ihre Paarbindung bestärken. Als wir letzthin am erdwissen Platz am Lagerfeuer zusammen saßen, rief ganz in der Nähe Herr Waldkauz nach seiner Frau. Antwort kam an diesem Abend keine – und wir Menschen am Feuer machten darüber dann unsere Scherze: „Herr Kauz muss wohl noch etwas Geduld haben…“ Nunja, vielleicht wird er diese Saison alleine bleiben müssen, denn vor ein paar Tagen fand ich im Wald am Schneckenberg ein Bündel Federn, das von einem Waldkauzflügel stammt. Was mag dem großen Nachtvogel wohl zugestoßen sein? Ist er während des Schlafes den Baumfällarbeiten zum Opfer gefallen, die derzeit in unserem Wald durchgeführt werden? Sogar die große Buche mit dem Greifvogelhorst haben sie umgesägt! Auf den gefällten Stämmen fielen mir übrigens lauter kleine Häufchen auf. Nach der Anzahl der Losungen müsste es dort im Wald nur so von Mardern wimmeln. Anscheinend war das sein statement zu den gefällten Bäumen: „So eine Sch….!“

Was für Vögel sind bei Dir noch unterwegs? Hast Du ein Futterhäuschen aufgestellt und wer kommt dort zu Besuch? Wer singt auch im Winter seine Lieder?  Erzählt uns doch von euren Vogelerlebnissen im Winter!

Spuren und Zeichen an ungewöhnlichen Orten

Letzte Woche verbrachte ich die Wartezeit während des Winterreifenwechsels mit einem Rundgang über den Offenbacher Hauptfriedhof. Die Morgensonne zauberte eine ganz besondere Stimmung an diesem Ruheort, der an drei Seiten von Hauptverkehrsadern (Bahnlinie und zwei Hauptstraßen) umschlossen ist.

An einer Stelle fand ich im Umkreis von 20 Metern jede Menge Taubenfedern auf dem Boden und in den Büschen hängend. Und zwar eine Anzahl, die man nicht auf simples Mausern zurückführen kann. Was ist da wohl passiert?  Ob der menschenfreundliche, samtpfotige Friedhofsbewohner etwas damit zu tun hat?

Und wer hat wohl den großen Pilz angeknabbert? Von welchem Baum stammt das wirklich große Blatt?

Friedhöfe sind übrigens ein guter Ort, um sich mit Bäumen und Sträuchern vertraut zu machen, denn dort findet man meist eine große Anzahl unterschiedlichster Arten auf kleinem Raum. Wie man sieht, kann man dort auch jede Menge Spuren und Zeichen entdecken. Für viele Wildtiere sind Friedhöfe ein wichtiger Lebensraum – gerade mitten in der Stadt. Du kannst hier viele Singvögel und sogar Greifvögel wie Eulen, Eichhörnchen und kleinere Nager, Kaninchen, Marder und sogar Füchse antreffen – oder Ihre Spuren finden…

Von Spuren, Zeichen und Freundschaft die man im Wald finden kann…

Ja, der letzte Streifzug hat wieder einige unerwartete Fundstücke und Endeckungen parat gehabt, wirklich erstaunlich!  Zunächst stieß ich am Waldrand auf eine Weide, dern Blätter über und über mit Marienkäfer-Puppen bedeckt war. Dazu krabbelten auch noch ein paar Larven herum und einige Marienkäfer waren bereits geschlüpft. Das hat mich dazu gebracht, mich einmal mit der Entwicklung so eines Marienkäfers zu beschäftigen – wirklich spannend!  Vielleicht habt Ihr ja Lust, das auch mal irgendwo nachzulesen.

Außerdem wird dieser Tag nun als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem ich gleich zwei Fuchsschädel im Wald gefunden habe! Schaut Euch das mal näher an – bei dem zweiten Schädel  den ich gefunden habe kann man gut erkennen, dass das Tier richtig alt geworden ist – und vermutlich sogar seine natürliche Lebensspanne erreicht hatte. Die Zähne sind stark abgenutzt, der Schädel wirkt massiv und schwer, die Struktur des Knochens ist rau und der Schädelkamm ausgeprägt. So können uns auch die Überreste noch viel ezählen…

Ein Spurenrätsel haben wir Euch auch noch mitgebracht: Wer hat wohl die umgestürzten Baumstämme mit diesem hellgrauen Schlamm beschmiert? Gefunden mitten im Wald in der Nähe eines Feuchtgebietes.

Der wohl ungewöhnlichste und irgendwie sehr berührende Fund an diesem Tag war für mich ein Bündel Papier, das ein paar Meter von einem Weg entfernt unter einen Moosbüschel herausschaute. Ich habe wirklich FREUNDSCHAFT im Wald gefunden! Ihr könnt das ruhig glauben, denn ich habe es Schwarz auf Weiß: „Freundschaft wirkt nach außen. Sie schließt nicht in eine besitzergreifende Zweisamkeit ein. Sie ist keine Spiegelgalerie, in der man sich selbst sieht. Freundschaft bereichert und entfaltet. Die Freude über eine Freundschaft ist so groß, dass sie sich mitteilen muss. In jeder Freundschaft ist das Erlebnis gemeinsamer Stunden der springende Funke, der auch auf andere übergreift….“

Was mich dazu bewogen hat, das herauszuziehen und einen näheren Blick darauf zu werfen…keine Ahnung! Wie kommt das da hin? Wer lässt so etwas im Wald liegen? Wieso bin ich auf meinem Streifzug genau dort (und nicht 10 Meter weiter?) vorbeigegangen? Fragen, auf die es keine Antwort gibt – und stattdessen nur eine gelassene Heiterkeit über das Erlebnis bei mir zurücklassen.

Man kann wirklich Freundschaft – und mehr in den Wäldern finden. Manchmal sogar im wahrsten Sinne des Wortes.

Also, worauf wartet Ihr? #RausindieNatur mit Euch!

 

 

 

Ein jähes Ende…

…hat dieser Grünspecht hier heute Mittag gefunden. Als ich nochmal am Schneckenberg unterwegs war, um die Wildtierkamera wieder aufzuhängen, da fiel mir auf dem Weg neben dem Zaun plötzlich eine kleine, gelblich gefärbte kleine Feder auf, die sich im Wind hin und her bewegte. Ich hob sie auf, weil ich so eine noch nie gesehen hatte und bemerkte zwei Meter daneben noch mehr graue Flaumfedern auf einem Haufen. Da dämmerte es mir schon – hier ist wohl ein Vogel gerupft worden!

Also mal  im Umkreis etwas genauer hinschauen…und da lag er dann auch. Ein prächtiger Grünspecht, ein Männchen (wie man an dem roten Wangenfleck erkennen kann). So ein schöner Vogel – und zu meinem großen Bedauern leider mausetot.

Erdspechte leben gefährlich, wenn Sie ohne Deckung am Boden auf Nahrungssuche sind. Offensichtlich wurde dieser her bei seiner üblichen Tätigkeit am Boden überrascht – man konnte ganz genau die Stelle sehen, an der er zuvor noch mit seinem Schnabel im Stamm herumgestochert hatte. Was also ist über ihn gekommen (vermutlich im wahrsten Sinne des Wortes…)?  Äußerlich waren keine Verletzungen zu sehen – nur die paar herumliegenden Federn lassen auf äußere Einwirkung schließen. Im Übrigen war der Vogel noch warm, als ich ihn gefunden habe – vermutlich habe ich also den Angreifer (oder vielmehr Beutegreifer) bei seinem Tun gestört und er ist geflohen, bevor ich ihn entdecken konnte.

Was denkt Ihr, was hier passiert sein könnte? Wir sind gespannt darauf, eure Vermutungen zu hören…

 

 

Fotos und Fragen…

…habe ich Euch heute von meinem Streifzug mitgebracht. Schaut mal hier:

Wer ist hier gelaufen und hat seine Spuren hinterlassen? Ein Tier mit Pfoten oder Hufen?
Wer fliegt denn da…und wieso „steht“ der Vogel manchmal in der Luft?
Was für ein Riesenhaufen? Wieso hat da jemand mitten auf den Weg gemacht? Und was hat er nur gefressen?
Was sagen die Wolken wohl wie das Wetter in den nächsten Tagen wird?
Was ist der grüne Glibber da auf dem dem Weg? Das sieht fast aus wie Tang am Meeresstrand.
Sind das große Heidelbeeren? Aber an einem so großen Strauch?
Ein großer Haufen runde Köttelchen auf einem Fleck? Wer hat dort seine Toilette angelegt?
Wieso hat diese Nachtkerze so viel größere Blüten als die anderen, die hier wachsen?

Was ist mit den Wegwarten passiert? Die blühen fast aus dem Boden heraus und sind so niedrig…was ist da los?
Diese Pflanze mit den kleinen grün-gelben Blüten kenne ich noch gar nicht. Was sie wohl für einen Namen hat?
Was macht der Nachtfalter am hellichten Tag am Taubenkropf-Leimkraut?
Wie kommen wohl die Bembel-Scherben aus den Acker? Und wir lange mögen sie da schon liegen?
Wieso ist die Krähe so wachsam und was mag sie entdeckt haben?
Weshalb schafft es der Fotoapparat nie, das Klatschmohnrot naturgetreu wiederzugeben?
Gibt es ein schöneres Blau als Kornblumenblau?
Ob die Walnuss schon reif ist?

Fragen über Fragen…habt Ihr Antworten dazu? Dann hinterlasst uns doch unten einen Kommentar!

Vielleicht finden wir auch ein paar Antworten gemeinsam beim nächsten Natur Erlebnis Schnupperkurs am Samstag, den 03.10.2015 – wir treffen uns wieder um 14.00 Uhr am Vereinsgelände (Am Schneckenberg 63, 63075 Offenbach). Der Teilnehmerbeitrag ist wie immer 5 € für Erwachsene und 3 € für Kinder (für Vereinsmitglieder kostenfrei). Bitte anmelden, wenn Ihr mitkommen möchtet!

Hier klicken für deine Anmeldung per eMail oder anrufen unter 069-851586

Ach, geh‘ doch zum Teufel!

…so lautet eine althergebrachte Redensart, wenn man sich mal wieder über einen seiner Mitmenschen geärgert hat.

Wir hingegen haben das tatsächlich völlig freiwillig gemacht – nunja, genauer gesagt sind wir nicht zum Teufel selbst gegangen sondern ins schöne Teufelstal. Und von dort haben wir Euch ein paar Eindrücke in Bildern mitgebracht. (wenn Ihr mit dem Mauszeiger über die Bilder fahrt, dann verstecken sich dort noch mehr Informationen…)

Schon auf den ersten Metern fanden wir Vogelfedern von 4 unterschiedlichen Arten , eine Drosselschmiede, Fischteiche die völlig mit grüner Entengrütze bedeckt waren, jagende Großlibellen, blühende Brennnesseln und noch so viel mehr, dass wir es gar nicht alles aufzählen können…

Das war wieder ein erlebnisreicher Streifzug durch die Natur. Was habt ihr in der letzten Zeit den draußen alles entdeckt? Wir freuen uns auf Eure Berichte!

Im Auwald…

…haben die Bäume eigentlich immer nasse Füße. Nun hat es ja in den letzten Wochen so wenig geregnet, dass man auch als Zweibeiner dort am Bach entlang laufen kann, ohne nasse Füße zu bekommen. So bietet sich die einmalige Gelegenheit, auch dieses besondere Habitat einmal zu durchstreifen.

Allgegenwärtig die Spuren der Wildschweine, die sich dort ganz besonders wohl zu fühlen scheinen. An vielen Stellen durchqueren sie denn Geräthsbach regelmäßig, das ist nicht zu verkennen. Dort suhlen sie sich auch im Uferschlamm.

Alte, mächtige Erlen bestimmen das Bild dieses Waldes – oft mit bizarren Wuchs und jede scheint eine eigene Persönlichkeit zu haben. In vielen Sagen und Legenden der verschiedensten Regionen Deutschlands hat die Erle einen festen Platz. Da sie überwiegend an ehemals verrufenen und unheimlichen Orten vorkommt (wie Erlenbrüchen, Sümpfen und Mooren) wurde auch der Baum als negativ angesehen. Ein in Nebeln und Sümpfen stehender Baum, der blutet, wenn man ihn fällt (das Holz verfärbt sich an den Schnittstellen rot) wirkt natürlich nicht sehr einladend auf Menschen und wurde deshalb oft mit Dämonen, bösen Geistern und Hexen in Verbindung gebracht. In norddeutschen Volkssagen werden Übeltäter und böse Menschen, aber auch die dänische „Ellefru“ = Elfenfrau in Erlen gebannt. Gerade deshalb aber werde ihr im Volksglauben gleichzeitig auch mächtige Kräfte als Gegenzauber gegen solche bösen Einflüsse zugeschrieben.

Nicht zuletzt wird die Erle ihres bevorzugten Standortes in oder am Wasser schon seit mehr als 1.000 Jahren als Wünschelrute eingesetzt, um Wasseradern aufzuspüren -aber auch um Schätze zu suchen und verlorenes oder entlaufenes Vieh wiederzufinden…

Obwohl die Abendsonne den Erlenbruch grün leuchten ließ, ist die besondere Stimmung dort spürbar. Doch seht selbst: