Archiv der Kategorie 'Geschichten'

Winterstreifzüge

Mittwoch, den 7. Januar 2009
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Der kalendarische Winter scheint in diesem Jahr auch tatsächlich einmal stattzufinden. Seit Tagen herrschen frostige Temperaturen und es gab seit langer Zeit hier im Rhein-Main-Gebiet wieder einmal einen nennenswerte Menge Schnee. Die sonnigen und trocken-kalten Tage “Zwischen den Jahren” luden zum Spazierengehen ein. Auf unseren Streifzügen haben wir wieder einiges entdeckt. Da war zum Beispiel dieser riesige, pilzüberwucherte Baumstumpf, der tatsächlich einem Waldbewohner als Esstisch und Toilette gleichzeitig (!) diente und die Wespen, die sich einen Spalt zwischen loser Baumrinde als Unterschlupf gesucht hatten. Leider wurde ihnen zum Verhängnis, dass sich mein Sohn gerade diese Stelle zum Klettern ausgesucht hat Ihnen so den Schutz raubte. Zum Glück sind sie dann ganz langsam einfach etwas tiefer gekrabbelt und so nicht mehr ganz schutzlos der Kälte ausgeliefert.

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Die Vögel haben es jetzt in der kalten Jahreszeit besonders schwer und es ist erstaunlich, wie fröhlich und munter sie trotz der Kälte und der damit einhergehenden Nahrungsknappheit unterwegs sind. Und das schon früh am Morgen (dazu mal als Gegensatz die Abendstimmung am gleichen Platz):

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Der Frost verwandelt Wasser in die irrwitzigsten Formen und mein Sohn Wolf bemerkte dazu treffend: “Das ist Natur-Kunst!”

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Der Frosch hätte sich wohl nicht auf das Eis wagen sollen - das war sein Ende. Diesen zarten Abdruck von Vogelschwingen (einer Krähe, der Größe nach zu urteilen…) fanden wir im frischen Schnee am Straßenrand - er ist wohl entstanden, als der Vogel fortgeflogen…wunderbar!

Und dass außer uns auch noch viele Tiere unterwegs sind, blieb uns auch nicht verborgen:

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Und zum guten Schluß noch etwas zum schmunzeln…schon mal einen Eis leckenden Wolf gesehen? Diesen Polarwolf hier haben wir in der Fasanerie in Hanau Klein-Auheim erwischt, wie er mit sichtlicher Wonne die gefrorene Pfütze abgeschleckt hat. Wie man sieht, ist der Tierpark dort auch im Winter einen Besuch wert!

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Beobachtungen Oktober / November 2008

Montag, den 17. November 2008
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15.10.2008
Freitag – mein „Frei-Tag“ d.h. nachdem Wolf zur Schule abgezischt ist, geht es für mich los zum Platz – auf diese Zeit „mit mir selbst“ freue ich mich immer schon die ganze Woche. Es ist noch etwas dämmerig und bedeckt, aber dafür sehr schön ruhig. Als es Zeit ist zu gehen, zeigt sich die Sonne und mir fällt diese frische Losung auf (Reh…?)

Losung

Und die unvermeidlichen Flieger…a lot of traffic

Traffic

Dazu am Wegesrand (musste ich wegen der leuchtenden Farben einfach ablichten…)

Blume

17.10.08
Heute sind wir zunächst zum Ententeich im Bieberer Wald gelaufen. Dort schlagen wir uns in die Büsche und gehen am lehmigen, schlammigen Ufer entlang. Massenhaft Spuren…offensichtlich kommen die Rehe zum Trinken dorthin. Hinter dem Teich kommen wir wie vermutet an unserem „Sitzplatz 3“ heraus. Dort entdecken wir diese sonderbar geformten Pilze, die beiden unteren in der schrillen Farbe Lila!:

Alienpilz Moospilze
Gehirnpilz

Wolf hört zuerst das Reh, das wir aufgescheucht haben und sieht es auch fortspringen, während ich mit meinen verschlammten Schuhen beschäftigt bin… Dieses Netz fanden wir an einem enorm langen Haltefaden (bestimmt 3 m lang!) gespannt zwischen zwei Bäumen, unglaublich wie stabil diese Spinnenfäden sind!

Spinne im Netz

24.10.08
Ich bin heute schon sehr früh unterwegs, die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Heute gab es den ersten Nachtfrost. Man sieht jeden Atemhauch als Wölkchen in der Luft. Als ich an der Wiese ankomme, ist alles mit Reif überzogen. Bei jedem Schritt knistern die gefrorenen Halme unter meinen Füßen und der Frost hat zudem überall abstrakte Muster aus Eiskristallen hingezaubert: Spinnennetz, Gräser und Klee

Frost Gräser
Klee

Langsam geht die Sonne auf, noch ist es dämmrig (das Bild natürlich ist nur ein müder Abklatsch der Wirklichkeit draußen)

Sonnenaufgang Aufgang 2

Auch die Vögel werden langsam munter. Nach einer Weile fällt mir eine Stimme besonders auf, die ich bisher am Platz nie gehört habe. Erst hinter mir im Gestrüpp, dann neben mir im Haselstrauch: Ein hohes, fast schrilles, plapperndes Gezwitscher. Das macht mich wirklich neugierig. Ich höre die Vögel in den Zeigen über mir umherhüpfen. Plötzlich fliegt einer auf einen Zweig „meiner“ Eiche – nur knapp 1 m von meiner Nase entfernt. Der winzige Kerl schaut mich an (zumindest empfand ich das so !), zwitschert wieder los und fliegt zum nächsten Zweig, wo er wie ein Kolibri flatternd in der Luft schwebend an einem Blatt herumpickt.

Das sonderbare war, dass ich das alles wie in Zeitlupe wahrgenommen habe und jedes Detail sich eingeprägt hat. Ich sehe jetzt noch genau die Szene vor mir – die schwirrenden Flügelchen und die leicht angezogenen Vogelbeinchen mit gekrümmten Krallen währenddessen. (Es war übrigens ein Wintergoldhähnchen, konnte ich dann zu Hause ja leicht im Bestimmungsbuch nachschlagen…).

Jedenfalls ein ganz besonderer Morgen, den ich so schnell nicht vergessen werde!

26.10.2008 Fasanerie Klein Auheim: Rotwild und Kolkrabe

Rot und Wild Rabe

Ich wusste gar nicht, dass Kraniche rote Augen haben! Weisstörche…

Kranich mit rotem Auge Störche

30.10.2008 Regenbesuch am Platz

Am Platz

Ein Admiral - Auf dem Rückweg zum Auto sahen wir dieses Prachtexemplar (saugte zuerst an faulem Obst)

Admiral

Naturerlebnisse September 2008

Mittwoch, den 8. Oktober 2008
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Mein Sohn hat vor ein paar Tagen den September in „Spinnenmonat“ umgetauft – überall begegnen wir den achtbeinigen Netzbaukünstlern. Die umherfliegenden unsichtbaren Spinnenfäden verschaffen einem im Altweibersommer unverhoffte „Streicheleinheiten“ wenn man durch den Wald oder über Wiesen wandert.

Minispinne Spinne

Der beginnende Herbst wartet mit kräftigen Farben auf und jeden Tag färben sich die Blätter schon etwas mehr ein. Die Roteichen auf Wolfs Schulweg gleichen mit ihrer gelb-rot-orangenen Färbung einem Flammenmeer.

Pfaffenhütchen Schwebfliege

Am letzten Sonntag sind wir bei herrlichem Spätsommerwetter quer durch den Bieberer Wald gestreift. An einer Stelle, an der Wolf schon öfter an einem Haselstrauch „Specht“ gespielt hat, fiel uns der aufgewühlte Boden auf. Ob dies die Wildschweine waren? Leider lag auch wieder viel Müll an der Stelle und mein neugieriger Sohn fing an zu graben. Plötzlich hielt er einen ganzen Packen Bankkarten, persönliche Dokumente und einen Personalausweis in der Hand. Offensichtlich der Inhalt eines kompletten Portemonnaies. Anhand des Personalausweises konnte ich die Sachen der glücklichen Besitzerin wieder übergeben. Die Sachen waren vor 2 Monaten aus einem aufgebrochenen Auto gestohlen worden! So sind wir nichtsahnend in einen richtigen Krimi geraten…Auf dem Rückweg durch eine ungemähte Wiese haben wir ein Reh aufgescheucht, das hier geschlafen hat.

Rehbett

Beobachtungen August/September 2008

Donnerstag, den 18. September 2008
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Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu – dafür bietet die Natur reich gedeckten Tisch. An den Sträuchern und Bäumen leuchten farbenfroh dicke, bunte Früchte. Rote Hagebutten, schwarzer Holunder, Äpfel, Birnen, Zwetschgen und die sich bereits einfärbenden Blätter bieten Anregung für alle Sinne.

Speierling Beeren
Und noch viel mehr Beeren
Noch mehr Beeren

An unserem Sitzplatz sind endlich auch wieder vermehrt die Stimmen unserer Vogelfreunde zu vernehmen, die in den Wochen der Sommerhitze nur sehr selten zu vernehmen waren. Dafür begleitete uns in dieser Zeit das beruhigende Gezirpe unzähliger Insekten auf der Wiese. Viele Schmetterlinge und Insekten sind zur Zeit noch unterwegs – begegnen sich zwei Kohlweißlinge, so fliegen Sie kurze Zeit umeinander herum, was wie ein taumelnder, federleichter Tanz wirkt.

Schmetterling Bläuling

Am letzten Sonntag sind wir spontan zu einem Streifzug quer durch den Wald aufgebrochen. Unglaublich, was uns da wieder alles begegnet ist. In einem abgestorbenen Baumstamm hat mein Sohn Wolf sofort das Gesicht eines Mannes erkannt!

Baumgesicht

Am Fuße dieses Baumes fiel mir dann diese Spinne ins Auge, da sie am Hinterleib diese unregelmäßige, taubenblaue Färbung hatte. Als ich sie näher betrachtete, erkannte ich, dass sie tatsächlich ihren ganzen Nachwuchs auf dem Buckel mit sich herumtrug: unzählige winzige blaugraue Spinnenbabys!!

Spinnenkindergarten

Wolf fand dann unter einem Stück Baumrinde diese marmorierte Nacktschnecke und später entdeckten wir diesen sonderbaren Schneckenreigen

Marmorschnecke Schneckenreigen

Trockener Kommentar meines 7-jährigen Sohnes: „Die paaren sich!“. Überhaupt waren viele Schnecken unterwegs – auch diese hier fanden wir an einem Pilz fressend.

Pilzschnecke

Morgens kann man auf der Wiese Unmengen von Spinnenweben finden, die mit Tautröpfchen behaftet silbrigweiß glitzern. Ein wunderschöner Anblick, auch wenn wir uns -wie ein Storch staksend- ehrfürchtig drumherumschleichen müssen, um zu unserem Platz zu gelangen….

Spinnennetz Noch ein Spinnennetz

Beobachtungen 23.07.-10.08.08

Montag, den 18. August 2008
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Da in diesem Jahr ein Wespenvolk den Rollladenkasten an unserer Terrassentür als Behausung gewählt hat, können wir direkt hier am Haus spannende Beobachtungen machen. Ich war zunächst selbst sehr skeptisch, wie wir mit den fliegenden Untermietern den Sommer über so klarkommen werden und bin wirklich sehr überrascht, wie gut das Zusammenleben funktioniert. Es herrscht den ganzen Tag – und sogar nachts(!) reges Treiben. Unermüdlich wird Baumaterial und Nahrung herangeschafft und geschickt durch die engen Schlitze im Rollladen bugsiert.

Wespennest

Erstaunlicherweise hatten wir in diesem Sommer bisher nur ein einziges Mal (!) eine Wespe im Haus – obwohl die Terrassentür fast immer offen steht. Dafür plagen uns keine Stechmücken und sonstiges Getier, da die Wespen uns diese vom Haus fernhalten. Vor der Terrasse habe ich frühzeitig eine kleine Wespen-Futterstelle (Klecks Marmelade, etwas Wurst) angelegt und so können wir auch relativ ungestört von „unseren“ Wespen im Garten oder auf der Terrasse essen, da sich die Tiere an die gewohnte Nahrungsquelle halten.

An unserem Sitzplatz hörte man an den vergangenen heißen Tagen kaum noch Vögel singen – dafür umso lauter das Gezirpe der Insekten auf der Wiese. Es sind jetzt auch viel mehr Schmetterlinge unterwegs. Bei unseren Abendbesuchen konnte ich am Waldrand die Flugkünste der Libellen bewundern – faszinierend, zu welchen Manövern sie bei der Jagd fähig sind.

Aus dem Wald hört man jetzt zur Abendstunde unheimliche Geräusche. Richtig laut, heiser und bellend, fast wie Husten – regelmäßig wiederkehrend und den Standort wechselnd. Was (bzw. wer) könnte das wohl sein? Ich habe die Rehe (vielmehr die Rehböcke) in Verdacht, denn die begegnen uns an unserem Platz regelmäßig bzw. haben in der Nähe ihre Schlafplätze. Wolf meint, dass der Fuchs solche Geräusche macht – er gehört schließlich zur Familie der Hunde…oder was meint Ihr ?

Hier noch ein paar Eindrücke, was uns letzten Zeit so unter die Augen kam:

Fussabdruck Spuren von Menschen

Zebraspinne Eichelhäher

Diesen schönen Pfotenabdruck haben wir letzten Sonntag am Waldrand im feuchten Sand entdeckt – wir vermuten, hier lief ein Fuchs entlang.
Wer die Müllspuren hinterlassen hat, wohl eindeutig – schäme dich, Mensch!
Dieses Prachtexemplar einer Zebraspinne hat Wolf in einem Graben entdeckt, über den sie quer Ihr Netz gespannt hatte.
Den Eichelhäher haben wir in der „Krankenstation“ der Fasanerie Klein-Auheim bewundern können. Er war sichtlich froh über etwas Alblenkung und beschäftigte sich ausgiebig mit den Eicheln, die Wolf ihm zugesteckt hat.

Erlebnisse am Sitzplatz 12. bis 18.07.08

Montag, den 21. Juli 2008
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Nach mehr als 2 Wochen Abwesenheit waren wir doch gespannt, an unseren Platz zurückzukehren. Und was sich da alles getan hat in der kurzen Zeit! Die Rapsfelder und teilweise das Getreide ist schon abgeerntet. Die saftige, fast oberschenkelhohe Wiese ist während unserer Abwesenheit von Sonne und fehlendem Regen ausgetrocknet und zudem von einer Herde vierbeiniger „Rasenmäher“ stark gelichtet worden. Woher ich das weiß? Schaut mal hier – die Besucher haben Spuren hinterlassen.

Wolle

Direkt unter „meinem“ Baum habe ich in den letzten Tagen immer wieder leere Haselnussschalen gefunden – hier die Ausbeute von heute morgen.

Nüsse

Jetzt hat uns aber doch interessiert, wer da solchen Appetit auf die Nüsse hat. Fraßspuren von Zähnen konnten wir keine entdecken, aber auf der Innenseite der Schalen waren überall kleine Löcher und zudem schienen viele der Nüsse geradezu gespalten zu sein. Heute hörte ich dann wieder das klappernde Geräusch (wie wenn man zwei Steine gegeneinander schlägt). Ich hatte die ganze Zeit immer gedacht, das sei mein Sohn Wolf, der hinter mir (statt ruhig am Platz zu sitzen) Im Wald herumspielt, aber da habe ich ihn wohl zu Unrecht in Verdacht gehabt, denn er war heute Morgen ja gar nicht mit. Also weiter beobachtet und tatsächlich – nach einiger Zeit flog ein Buntspecht aus dem nahen Haselbusch heraus – im Schnabel eine Nuss!. Er hat an einem Baum eini richtige Werkbank, wo er die Nüsse bearbeitet.

Schmiede

Dann fiel mir noch eine eigenartige Pflanze auf, die fast einen kleinen Busch auf der Wiese bildet.

Pflanze_01 Pflanze_02

Sie hat sehr feste und spitze Blätter, die wie Disteln kratzen und pieksen. Die kugeligen weißlichgrünen Blüten sind eher unscheinbar, doch anscheinend sehr begehrt bei den Hummeln, von denen sich verschiedene Arten darauf tummelten.

Hummel_01 Hummel_02

Und dann noch eine Überraschung – da habe ich doch diesen wundervollen großen Käfer auf einer der Blüten sitzen sehen. Er ist ca. 2 cm groß und schimmerte glänzend in Grün – Gold.

Goldglanzkäfer

W U N D E R B A R!. Der Große Goldkäfer lebt überwiegend in lichten Laubwäldern und an sonnigen Waldrändern mit Altbaumbestand. Dort entwickelt sich seine Larve in der Wipfelregion alter Bäume, zumeist Eichen, im Holzmulm am Grunde von Baumhöhlen (oft in alten Spechthöhlen). Da er diese Bedingungen nur noch selten vorfindet, ist er auch leider einer jener Vertreter der Tierwelt, welche in der Roten Liste Deutschland als „vom Aussterben bedroht“ und in der Roten Liste Hessen als „stark gefährdet“ gelistet sind.

Umso schöner zu wissen, dass es in Offenbach doch noch einige Nischen gibt, die vielen Tieren die nötigen Lebensbedingungen bieten.

Ameisen Bläulinge

Heupferd Schnecke

Urlaubserlebnisse 08.07.2008

Donnerstag, den 10. Juli 2008
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Vorgestern haben wir hier unseren „geheimen Platz“ entdeckt! Schon am ersten Tag ist mir ein wunderschöner einzelstehender Baum am gegenüberliegenden Ende des angrenzenden Rapsfeldes aufgefallen.

Baum

Doch wie dort hinkommen ? Das Rapsfeld ist riesig und querfeldein ist kein Durchkommen. Letztendlich sind wir dann einer Fahrspur des Treckers gefolgt, welche uns am Feldrand entlang direkt dorthin hingeführt hat. Auf dem Weg wurden wir vom Gesang einer Goldammer begleitet.

Goldammer

Dann die Überraschung: Am Fuße des Baumes fanden wir einen kleinen, versteckten Tümpel – umsäumt von Schilfgras und bedeckt mit Wasserpflanzen. Als wir uns näherten, sahen wir gerade noch ein paar bräunliche, etwas mehr als amselgroße Vögel ins Ufergestrüpp flüchten und ein großer Graureiher erhob sich und flog davon. Nach ein paar Minuten trauten sich zumindest die erwachsenen Bewohner wieder aus Ihrem Versteck.

Teichhuhn01 Teichhuhn02

Sogar das Nest konnten wir entdecken; es war völlig frei auf Wasserhöhe aus Gräsern in die Ufervegetation hineingebaut.

Den Platz werden wir sicher noch öfter besuchen…im nächsten Urlaub sicher regelmäßig.

Gestern haben wir dann an einer Führung durch Schleswig-Holsteins einzige Höhle – die Segeberger Kalkhöhle teilgenommen. Sie ist das größte Winterquartier für Fledermäuse in Deutschland, die teils aus mehreren hundert Kilometern Umkreis jedes Jahr zum Überwintern dorthin kommen. Im letzten Jahr wurden dort rund 21.000 Überwinterungsgäste gezählt! Hier an der „Haupteinflugschneise“ ist ein kompliziertes Lichtschrankensystem installiert, welches die einziehenden Tiere erfasst.

Eingang

Fledermäuse haben wir in der Höhle selbst leider nicht sehen können, da diese in den Sommermonaten die Höhle nicht aufsuchen. Bei der Führung hatten wir auch das große Glück einen weiteren Höhlenbewohner zu sehen – den Segeberger Höhlenkäfer. Ihn gibt es nur in der Segeberger Kalkhöhle und sonst nirgendwo auf der Welt!!! Ein ca. 0,5 cm. großer länglicher, kastanienbrauner Käfer mit verhältnismäßig langen Beinen und Fühlern. Dass wir gleich 2 Exemplare auf der Führung gesehen haben, hat selbst den Führer überrascht – ein seltener Glücksfall und sehr beeindruckend. Leider habe ich kein Foto, da man in der Höhle nicht fotografieren darf. Die kleinen Tierchen ernähren sich von Fledermauskot und reinigen so das Winterquartier der fliegenden Mitbewohner – eine perfekte Symbiose, die schon seit mehreren tausend Jahren reibungslos funktioniert.

Nach einer regnerischen Nacht jagte auch heute Morgen ein Regenschauer den anderen. Deswegen überraschten mich auch die Vogelstimmen auf der Terrasse – lautes geschwätziges Zwitschern vieler Rauchschwalben. Aufgereiht auf dem Geländer saßen dort laut bettelnd 6-8 junge Schwalben, während die Eltern sie fliegend fütterten. Vermutlich durften sie heute ihre ersten Flugversuche unternehmen, denn der Wind stand günstig so dass sie sich einfach nur auf die nächste Windböe legen und lossegeln mussten. Nach und nach hoben sie alle ab und stürzen sich ins Leben.

Rauchschwalbe01 Rauchschwalbe02

So, das war der letzte Bericht aus unserem Sommerurlaub an der Ostsee – morgen geht es zurück Richtung Heimat.

Urlaubserlebnisse 04.07.2008

Montag, den 7. Juli 2008
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Strandwetter!!! Und das nun schon 3 Tage lang! Dazu wegen des frischen Windes herrliche Wellen.

Für die Möwen anscheinend auch eine wahre Freude – sie scheinen es richtig zu genießen, in den Windböen dahinzusegeln. Sie schaffen es sogar –scheinbar ohne jeglichen Kraftaufwand) quasi in der Luft zu „stehen“. Packt man am Strand seinen Proviant aus, sind im Nu ein paar Möwen in der Nähe (es könnte ja etwas für sie abfallen).

Lachmöwe Möwe

Eine Lachmöwe schwebte auf Augenhöhe (ca. 1 m vom Boden) genau vor uns lange in der Luft, dass wir sie genau beobachten konnten. Schokobrauner (fast schwarzer) Kopf mit weißen Augenringen, roter Schnabel und rote Füße, schlanke Flügel und schwarze Flügelspitzen. Von den Keksen hat Sie aber trotzdem nichts abbekommen und segelte dann nach einigen Sekunden (wie ich finde mit leicht beleidigtem Blick) von dannen.

Viele schöne Spuren im Sand haben wir auch gefunden:

Spur01 Spuren01

In der Nähe der Felsen war Wolf zusammen mit ein paar anderen Kindern mit dem Kescher zugange und kam plötzlich aufgeregt rufend mit irgendetwas in der Hand angerannt „Ein Fisch, ein Fisch!!“. Schnell befüllten wir den Eimer mit Meerwasser und ließen den Fang hineinplumpsen – eine Babyscholle ca. 4 cm. groß!!!! Perfekt getarnt, dass wir sie im Eimer erst für einen Sandhaufen gehalten haben. Erst bei genauerem Hinsehen konnten wir die Umrisse erkennen (das Blau des Eimers konnte sie zum Glück nicht nachahmen…). Leider ließ sie sich auch nicht gut fotografieren – oben links im Bild kann man die Umrisse erahnen.

Scholle

Natürlich haben wir den kleinen Fisch dann sofort wieder in die Freiheit entlassen.

Zurück in der Ferienwohnung auf der Terrasse, erregte ein schabendes, kratzendes Geräusch meine Aufmerksamkeit. Ich brauchte einige Zeit, um die Ursache auszumachen: Eine Wespe knabberte am Besenstiel – wohl um sich Material für den Nestbau zu beschaffen. Schaut mal, was für ein schönes Tier.

Wespe

So, jetzt habe ich aber lange genug vor dem Computer gesessen – jetzt geht’s wieder Raus an die frische Luft!!

Urlaubserlebnisse 02.07.2008

Samstag, den 5. Juli 2008
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An unseren nächsten beiden Urlaubstagen war das Wetter zunächst unbeständig und kühl.

Wir haben daher in Kiel/Laboe eine meeresbiologische Station besucht, was wirklich interessant war. Ich wusste bisher nicht, dass die Ostsee erst vor ca. 10.000 Jahren mit Ende der letzten Eiszeit entstanden ist. Sie gilt als das größe Brackwassermeer der Erde und wurde/wird quasi durch einströmendes Salzwasser der Nordsee und dem aus Flüssen zufließenden Süßwasser sowie Regenwasser gespeist (=Brackwasser). Deshalb ist auch der Salzgehalt der Ostsee sehr unterschiedlich von 3,5 % im Kategatt, ca. 1,5 % in der Kieler Förde und nimmt nach Norden hin weiter ab und beträgt oben in Skandinavien nur noch 0,3 – 0,5 %. Das stellt natürlich unheimliche Ansprüche an die in der Ostsee lebenden Tierarten, die mit diesen unterschiedlichen Bedingungen erstmal klarkommen müssen.

Sehr beeindruckend ist auch das Jagdverhalten der Seesterne – Geduld ist das Motto, die setzen sich einfach auf die geschlossenen Muscheln, bis diesen im wahrsten Sinne des „die Luft ausgeht“ (das kann bis zu 6 Stunden dauern). Wenn die Muscheln sich dann öffnen um zu Atmen, stülpen die Seesterne ihren Magen hinein und verzehren das Muschelfleisch. Die Seesterne durften wir sogar anfassen – sie fühlen sich so rau an, wie eine Katzenzunge oder Schmirgelpapier aber gleichzeitig auch weich.

Seestern

Oben im Bild über dem Seestern sind Seeigel zu sehen, welche auch in der Ostsee heimisch sind.

Am nächsten Tag sind wir einfach ein bisschen am Strand entlang spaziert – ein wunderbarer Naturstrand teils mit Steilküste. An einigen Abschnitten ist diese durchlöchert wie ein Schweizer Käse.

Schwalbe01 Schwalbe02

Hier brüten Kolonien von Uferschwalben. Und was für ein Betrieb dort herrscht! Unermüdlich starten und landen die kleinen Flugkünstler geschickt in ihren Behausungen. Dabei wird zur Verständigung immer zwitschernd geschwatzt. Unglaublich, dass es dabei zu keinen Zusammenstößen kommt. Am Fuße einer der Kolonien entdecken wir eine kleine, wohl gerade erst flügge gewordene Schwalbe, welche ihre Flugkünste wohl etwas überschätzt hat.

Schwalbe03

Sie sah ziemlich mitgenommen aus und versuchte und mein Sohn Wolf hatte wirklich Angst, dass sie dort nicht lange überleben kann. Ein Blick ins Vogelbuch später zu Hause beruhigte uns etwas, denn die Kleinen werden wohl noch längere Zeit von den Eltern weiter gefüttert, selbst wenn Sie schon flügge sind. Ich habe aber trotzdem Zweifel, ob Sie von dort unten überhaupt alleine starten kann…

Unterwegs haben wir dann Unmengen schöner Steine, Muscheln uns sonstiges Treibgut gesammelt. Seht mal unsere Schätze:

Stein Schätze

Die Krabben im Bild sind nicht etwa tot, sondern es handelt sich einfach um leere Krabbenpanzer, die von den Krabben mühsam abgestreift werden, wenn sie „herausgewachsen“ sind. Die Krabben häuten sich nämlich einfach, wenn Ihnen der Panzer zu eng wird –praktisch, oder?

So, das war es für heute – mal sehen, was uns morgen erwartet…

Ganz liebe Grüße, Simone & Wolf

P.S.: Wolf hat eben ganz aufgeregt entdeckt, dass die ursprünglich grün-grau gefärbten Krabbenpanzer, die wir gefunden hatten, sich auf der Terrasse (wo ich sie zum fotografieren drapiert hatte) knallrot gefärbt haben. Ging innerhalb von einer Minute…wirklich cool!!

Urlaubserlebnisse 26./27.06.2008

Mittwoch, den 2. Juli 2008
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Mächtige, alte Pappeln und Linden singen ihr Lied, wenn der Küstenwind durch die Äste und Zweige streicht. Sie umsäumen das alte Bauernhaus nahe der Ostseeküste, in dem wir nun für 2 Wochen Ferienzeit unser Domizil haben. Über die Rapsfelder kann man bis zur Ostsee schauen. Mehl- und Rauchschwalben segeln mit wahnwitzigen Flugmanövern oft so nah an uns vorbei, dass man den Luftzug der Flügelschläge spüren kann.

Gleich nach der Ankunft zog es uns zum Strand - feinster, fast weißer Sand und eine natürliche Steilküste, welche guten Windschutz bietet (zumindest wenn es nicht gerade landeinwärts bläst…). Zum Baden ist die Ostsee jetzt Ende Juni mit knapp 17°C noch recht kalt – aber zumindest mit den Füßen haben wir uns hineingetraut und den Strand entlangspaziert.

Dann die Überraschung hinter ein paar Felsen:
Eine Robbe (!!!!) direkt am Strand. Wir konnten Sie aus ca. 8 m Entfernung genau beobachten – sie schien tatsächlich wie wir die Sonne zu genießen und ließ sich auch durch uns nicht aus der Ruhe bringen.

Robbe01 Robbe02 Robbe03

Als in der Nähe ein Jetski losfuhr, ist sie zwar schnell ins Wasser geflüchtet, drehte ein paar Runden und legte sich aber wieder ganz entspannt an die gleiche Stelle an den Strand. Die Strandwache vom DLRG erzählte uns später, dass schon ein Tierarzt da war, aber das Tier zum Glück vollkommen in Ordnung sein. Ob es nun ein Seehund, eine Ringelrobbe oder Kegelrobbe war, konnte keiner genau sagen aber eines ist sicher – in der Ostsee (und gerade so weit südlich) sind sie eine absolute Seltenheit. Für uns ein wunderbares Erlebnis – und das schon am ersten Urlaubstag.

Ansonsten kann Wolf noch von seinen neuen Freunden – den Rapsglanzkäfern- berichten, die sein gelbes Spongebob-T-Shirt wohl für ein Rapsfeld hielten und sich in Massen darauf niedergelassen haben. Hier ein Bild von so einem kleinen Kerlchen (in natura so ca. 1,5-2 mm groß..)

Käfer