Muster

Simone R. am 2. September 2009 um 22:42
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Ist euch schon einmal aufgefallen, welche Vielfalt an Mustern die Natur zu bieten hat?

Baumrinde, Blattadern, die Zeichnung von Insekten (denkt nur an die gelbschwarzen Ringel der Wespe und die Punkte der Marienkäfer!), das bunte Federkleid der Vögel, Lamellen am Pilzhut, Waben der Honigbienen, Wolkenformationen oder die kunstvollen Radnetze einiger Spinnen…die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Kartoffelbovist.jpg Bucheckern.jpg
Ausgetrocknet.jpg Wilde Möhre - Käfer.jpg
Eichel.jpg Leben im Baumstumpf.jpg
Erdkröte.jpg Fundstücke September.jpg

Beim heutigen Streifzug durch den Wald fiel mir auf, dass sich langsam schon die ersten Blätter verfärben und heruntersegeln. Dicke Eicheln und Bucheckern liegen schon auf dem Boden - sogar sehr viele! Der Sommer neigt sich dem Ende zu und der Herbst kommt mit großen Schritten.

Gleichzeitig ist auch noch immer junges Leben zu beobachten - wie diese kleine Erdkröte oder der zarte Schössling am tot erscheinenden, abgesägten Baumstamm. Auf dem letzten Bild könnt ihr die Fundstücke des einstündigen Waldspaziergangs sehen. Welche Vögel mögen da wohl Federn verloren haben?

Habt auch Ihr da draußen schon Muster entdeckt? Wenn ja, welche?

Wir sind gespannt auf eure “Natur-Muster” - Entdeckungen. Nutzt dazu einfach die Kommentarfunktion. oder schickt uns eure Fotos.


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Bilder von der Küste (1)

Simone R. am 10. August 2009 um 18:56
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Urlaubszeit - Zeit für neue Eindrücke und (Natur-) erlebnisse in ungewohnter Umgebung. In den nächsten 2 Wochen gibt es hier “Fotoblog pur” aus Ostholstein/Ostseeküste - also viele Bilder und wenig Erläuterungen.

Dafür sind eure Kommentare und eventuelle Nachfragen dazu ausdrücklich erwünscht!!!!!

Beim Frühstücken auf der Terrasse schwirren schon die Mehlschwalben um uns herum - direkt über uns unter dem Dachüberstand haben sie aus Lehm, Schlamm und Speichel kunstvoll ihre Nester gemörtelt. Die Rauchschwalbe unten nistet lieber in geschlossenen Gebäuden wie Ställen oder Scheunen. Und die Spatzen kennen wir auch von zu Hause…

Mehlschwalben in Aktion.jpg Mehlschwalbe Nest.jpg

Rauchschwalbe im Stall.jpg Haussperlinge.jpg

Siebenpunkt-Marienkäfer.jpg Wespe.jpg

Breitwegerich.jpg schwarze-konigskerze.jpg

Teichfrosch-Seefrosch-Wasserfrosch.jpg Ringelnatter Natrix natrix.jpg

Wozu braucht die Wespe nur diese “Barteln” unter dem Kinn??? Ob der Frosch im Tümpel ein Teich-, See- oder Wasserfrosch ist, kann ich leider nicht sagen - wo liegt da überhaupt der Unterschied? Die Schlange hingegen konnten wir wegen der gelben Wangenflecken eindeutig bestimmen. Wer kann uns sagen, welche Schlange so gezeichnet ist? Sie mag das Wasser - ganz offensichtlich! Jetzt nichts wie ‘raus und eigene Beobachtungen machen. Wir freuen uns auch übere eure Geschichten und Erlebnisse!


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Frühlings-Erwachen

Simone R. am 12. März 2009 um 12:21
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Heute hatten wir das, was man als klassisches “Aprilwetter” bezeichnen würde. Viele bauschige, strahlend weiße Wolken - dazu stahlblaue regenschwere Wolken - Wind -Sonne und Regen, immer schön im Wechsel. Und der blaue Himmel zwischen den Regenschauern strahlt jedesmal wie ein kleines Versprechen, dass der Frühling jetzt mit goßen Schritten naht.

Jetzt, wo der Boden nicht mehr gefroren ist, zeigen sich langsam auch wieder die ersten kriechenden und krabbelnden Lebewesen:

Spinne.JPG Weinbergschnecke.JPG

Diesem hilflos auf dem Rücken strampelnden Bodenbewohner haben wir wieder auf die Beine geholfen. Seht nur die wundervoll blauviolett schimmernde Bauchseite - von oben ist der Käfer unscheinbar schwarz. Wieso nur hat die Natur ihn mit solcher Schönheit ausgestattet, nur um diese dann auf der Unterseite zu verstecken? Fasziniert beobachten wir, wie der Waldmistkäfer (kaum dass er wieder auf eigenen Füßen stand) sofort damit begann, sich mühevoll in den Boden zu graben.

Waldmistkäfer strampelt.JPG Waldmistkäfer gräbt.JPG

Also Augen auf und los! Wer sich die Mühe macht, sich auf einer Wiese oder im Wald einmal auf die Knie zu begeben und ein paar Blätter umzudrehen, der wird neue Welten entdecken!


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Was so zu sehen war…13./14.12.2008

Simone R. am 17. Dezember 2008 um 18:40
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Am letzten Wochenende haben wir wieder spannende Beobachtungen an unserem Natursitzplatz gemacht.

Bei kaltem Wetter um die 0°C und bedecktem Himmel sind wir losgezogen, um Gipsabdrücke von Tierspuren zu machen. Das ist ganz einfach: Aus Pappe einen Ring ausschneiden und mit Tesa zusammenkleben. Dann muss man sich einen schönen, möglichst gut erhaltenen Abdruck suchen und den Ring drumherum etwas in die Erde drücken. Dann Gips mit Wasser anrühren (nicht zu dick und nicht zu flüssig) und vorsichtig in die Spur gießen. Einige Zeit warten, bis es fest wird und dann den überschüssigen Sand entfernen. Wenn Ihr einen Sandkasten zu Hause habt und ein Haustier dann geht das wunderbar auch dort! Hier könnt Ihr den Gipsabdruck sehen, den wir am Samstag gegossen haben - wer kann erraten, von welchem Tier er wohl stammen könnte?

gipsspur.JPG

Als wir in der Zwischenzeit still an unserem Platz am Waldrand saßen, konnten wir einen Falken bei der Jagd beobachten. Er “rüttelte” über der Wiese, d.h. er stand quasi mit schnellen Flügelschlägen still in der Luft und visierte seine Beute an. Nach und nach kam er stufenweise tiefer, bis er aus recht niedriger Höhe steil und pfeilschnell herabstieß. Eine mühselige und nicht immer von Erfolg gekrönte Jagdweise - es brauchte einige Versuche, bis der Vogel erfolgreich war. Was uns sehr erstaunt hat war, dass er mit seiner Beute hoch auf den Wipfel eines Baumes geflogen ist, um dort zu fressen. Später folgten noch einige Beuteflüge direkt vom Baum aus, jedoch alle erfolglos. Hier ein paar Bilder (leider aus einiger Entfernung, mehr gibt meine Kamera nicht her):

falki3.JPG falki2.JPG

Sonntags waren wir dann einfach nur an einer anderen Stelle am Waldrand spazieren und auch hier jagte wieder ein Falke über dem abgeernteten Feld. Die Kinder spielten am Bach auf einem umgestürzten Baum und hatten Ihren Spaß… Schaut nur die leuchtenden Farben dieser Flechten auf einem abgebrochenen Ast! Und welcher Baum hat trägt diese zwei unterschiedlichen Anhängsel? Die Tautropfen auf den Grashalmen vergrößern wie kleine Lupen!

flechten2.JPG querschnitt1.JPG

grashalme.JPG baumbluten5.JPG

Ich wette, Ihr könnt da draußen auch solche tollen Sachen finden - also, Augen auf!


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Beobachtungen August/September 2008

Simone R. am 18. September 2008 um 18:07
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Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu – dafür bietet die Natur reich gedeckten Tisch. An den Sträuchern und Bäumen leuchten farbenfroh dicke, bunte Früchte. Rote Hagebutten, schwarzer Holunder, Äpfel, Birnen, Zwetschgen und die sich bereits einfärbenden Blätter bieten Anregung für alle Sinne.

Speierling Beeren
Und noch viel mehr Beeren
Noch mehr Beeren

An unserem Sitzplatz sind endlich auch wieder vermehrt die Stimmen unserer Vogelfreunde zu vernehmen, die in den Wochen der Sommerhitze nur sehr selten zu vernehmen waren. Dafür begleitete uns in dieser Zeit das beruhigende Gezirpe unzähliger Insekten auf der Wiese. Viele Schmetterlinge und Insekten sind zur Zeit noch unterwegs – begegnen sich zwei Kohlweißlinge, so fliegen Sie kurze Zeit umeinander herum, was wie ein taumelnder, federleichter Tanz wirkt.

Schmetterling Bläuling

Am letzten Sonntag sind wir spontan zu einem Streifzug quer durch den Wald aufgebrochen. Unglaublich, was uns da wieder alles begegnet ist. In einem abgestorbenen Baumstamm hat mein Sohn Wolf sofort das Gesicht eines Mannes erkannt!

Baumgesicht

Am Fuße dieses Baumes fiel mir dann diese Spinne ins Auge, da sie am Hinterleib diese unregelmäßige, taubenblaue Färbung hatte. Als ich sie näher betrachtete, erkannte ich, dass sie tatsächlich ihren ganzen Nachwuchs auf dem Buckel mit sich herumtrug: unzählige winzige blaugraue Spinnenbabys!!

Spinnenkindergarten

Wolf fand dann unter einem Stück Baumrinde diese marmorierte Nacktschnecke und später entdeckten wir diesen sonderbaren Schneckenreigen

Marmorschnecke Schneckenreigen

Trockener Kommentar meines 7-jährigen Sohnes: „Die paaren sich!“. Überhaupt waren viele Schnecken unterwegs – auch diese hier fanden wir an einem Pilz fressend.

Pilzschnecke

Morgens kann man auf der Wiese Unmengen von Spinnenweben finden, die mit Tautröpfchen behaftet silbrigweiß glitzern. Ein wunderschöner Anblick, auch wenn wir uns -wie ein Storch staksend- ehrfürchtig drumherumschleichen müssen, um zu unserem Platz zu gelangen….

Spinnennetz Noch ein Spinnennetz


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Beobachtungen 23.07.-10.08.08

Simone R. am 18. August 2008 um 13:18
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Da in diesem Jahr ein Wespenvolk den Rollladenkasten an unserer Terrassentür als Behausung gewählt hat, können wir direkt hier am Haus spannende Beobachtungen machen. Ich war zunächst selbst sehr skeptisch, wie wir mit den fliegenden Untermietern den Sommer über so klarkommen werden und bin wirklich sehr überrascht, wie gut das Zusammenleben funktioniert. Es herrscht den ganzen Tag – und sogar nachts(!) reges Treiben. Unermüdlich wird Baumaterial und Nahrung herangeschafft und geschickt durch die engen Schlitze im Rollladen bugsiert.

Wespennest

Erstaunlicherweise hatten wir in diesem Sommer bisher nur ein einziges Mal (!) eine Wespe im Haus – obwohl die Terrassentür fast immer offen steht. Dafür plagen uns keine Stechmücken und sonstiges Getier, da die Wespen uns diese vom Haus fernhalten. Vor der Terrasse habe ich frühzeitig eine kleine Wespen-Futterstelle (Klecks Marmelade, etwas Wurst) angelegt und so können wir auch relativ ungestört von „unseren“ Wespen im Garten oder auf der Terrasse essen, da sich die Tiere an die gewohnte Nahrungsquelle halten.

An unserem Sitzplatz hörte man an den vergangenen heißen Tagen kaum noch Vögel singen – dafür umso lauter das Gezirpe der Insekten auf der Wiese. Es sind jetzt auch viel mehr Schmetterlinge unterwegs. Bei unseren Abendbesuchen konnte ich am Waldrand die Flugkünste der Libellen bewundern – faszinierend, zu welchen Manövern sie bei der Jagd fähig sind.

Aus dem Wald hört man jetzt zur Abendstunde unheimliche Geräusche. Richtig laut, heiser und bellend, fast wie Husten – regelmäßig wiederkehrend und den Standort wechselnd. Was (bzw. wer) könnte das wohl sein? Ich habe die Rehe (vielmehr die Rehböcke) in Verdacht, denn die begegnen uns an unserem Platz regelmäßig bzw. haben in der Nähe ihre Schlafplätze. Wolf meint, dass der Fuchs solche Geräusche macht – er gehört schließlich zur Familie der Hunde…oder was meint Ihr ?

Hier noch ein paar Eindrücke, was uns letzten Zeit so unter die Augen kam:

Fussabdruck Spuren von Menschen

Zebraspinne Eichelhäher

Diesen schönen Pfotenabdruck haben wir letzten Sonntag am Waldrand im feuchten Sand entdeckt – wir vermuten, hier lief ein Fuchs entlang.
Wer die Müllspuren hinterlassen hat, wohl eindeutig – schäme dich, Mensch!
Dieses Prachtexemplar einer Zebraspinne hat Wolf in einem Graben entdeckt, über den sie quer Ihr Netz gespannt hatte.
Den Eichelhäher haben wir in der „Krankenstation“ der Fasanerie Klein-Auheim bewundern können. Er war sichtlich froh über etwas Alblenkung und beschäftigte sich ausgiebig mit den Eicheln, die Wolf ihm zugesteckt hat.


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Erlebnisse am Sitzplatz 12. bis 18.07.08

Simone R. am 21. Juli 2008 um 15:29
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Nach mehr als 2 Wochen Abwesenheit waren wir doch gespannt, an unseren Platz zurückzukehren. Und was sich da alles getan hat in der kurzen Zeit! Die Rapsfelder und teilweise das Getreide ist schon abgeerntet. Die saftige, fast oberschenkelhohe Wiese ist während unserer Abwesenheit von Sonne und fehlendem Regen ausgetrocknet und zudem von einer Herde vierbeiniger „Rasenmäher“ stark gelichtet worden. Woher ich das weiß? Schaut mal hier – die Besucher haben Spuren hinterlassen.

Wolle

Direkt unter „meinem“ Baum habe ich in den letzten Tagen immer wieder leere Haselnussschalen gefunden – hier die Ausbeute von heute morgen.

Nüsse

Jetzt hat uns aber doch interessiert, wer da solchen Appetit auf die Nüsse hat. Fraßspuren von Zähnen konnten wir keine entdecken, aber auf der Innenseite der Schalen waren überall kleine Löcher und zudem schienen viele der Nüsse geradezu gespalten zu sein. Heute hörte ich dann wieder das klappernde Geräusch (wie wenn man zwei Steine gegeneinander schlägt). Ich hatte die ganze Zeit immer gedacht, das sei mein Sohn Wolf, der hinter mir (statt ruhig am Platz zu sitzen) Im Wald herumspielt, aber da habe ich ihn wohl zu Unrecht in Verdacht gehabt, denn er war heute Morgen ja gar nicht mit. Also weiter beobachtet und tatsächlich – nach einiger Zeit flog ein Buntspecht aus dem nahen Haselbusch heraus – im Schnabel eine Nuss!. Er hat an einem Baum eini richtige Werkbank, wo er die Nüsse bearbeitet.

Schmiede

Dann fiel mir noch eine eigenartige Pflanze auf, die fast einen kleinen Busch auf der Wiese bildet.

Pflanze_01 Pflanze_02

Sie hat sehr feste und spitze Blätter, die wie Disteln kratzen und pieksen. Die kugeligen weißlichgrünen Blüten sind eher unscheinbar, doch anscheinend sehr begehrt bei den Hummeln, von denen sich verschiedene Arten darauf tummelten.

Hummel_01 Hummel_02

Und dann noch eine Überraschung – da habe ich doch diesen wundervollen großen Käfer auf einer der Blüten sitzen sehen. Er ist ca. 2 cm groß und schimmerte glänzend in Grün – Gold.

Goldglanzkäfer

W U N D E R B A R!. Der Große Goldkäfer lebt überwiegend in lichten Laubwäldern und an sonnigen Waldrändern mit Altbaumbestand. Dort entwickelt sich seine Larve in der Wipfelregion alter Bäume, zumeist Eichen, im Holzmulm am Grunde von Baumhöhlen (oft in alten Spechthöhlen). Da er diese Bedingungen nur noch selten vorfindet, ist er auch leider einer jener Vertreter der Tierwelt, welche in der Roten Liste Deutschland als „vom Aussterben bedroht“ und in der Roten Liste Hessen als „stark gefährdet“ gelistet sind.

Umso schöner zu wissen, dass es in Offenbach doch noch einige Nischen gibt, die vielen Tieren die nötigen Lebensbedingungen bieten.

Ameisen Bläulinge

Heupferd Schnecke


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Urlaubserlebnisse 08.07.2008

Simone R. am 10. Juli 2008 um 15:00
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Vorgestern haben wir hier unseren „geheimen Platz“ entdeckt! Schon am ersten Tag ist mir ein wunderschöner einzelstehender Baum am gegenüberliegenden Ende des angrenzenden Rapsfeldes aufgefallen.

Baum

Doch wie dort hinkommen ? Das Rapsfeld ist riesig und querfeldein ist kein Durchkommen. Letztendlich sind wir dann einer Fahrspur des Treckers gefolgt, welche uns am Feldrand entlang direkt dorthin hingeführt hat. Auf dem Weg wurden wir vom Gesang einer Goldammer begleitet.

Goldammer

Dann die Überraschung: Am Fuße des Baumes fanden wir einen kleinen, versteckten Tümpel – umsäumt von Schilfgras und bedeckt mit Wasserpflanzen. Als wir uns näherten, sahen wir gerade noch ein paar bräunliche, etwas mehr als amselgroße Vögel ins Ufergestrüpp flüchten und ein großer Graureiher erhob sich und flog davon. Nach ein paar Minuten trauten sich zumindest die erwachsenen Bewohner wieder aus Ihrem Versteck.

Teichhuhn01 Teichhuhn02

Sogar das Nest konnten wir entdecken; es war völlig frei auf Wasserhöhe aus Gräsern in die Ufervegetation hineingebaut.

Den Platz werden wir sicher noch öfter besuchen…im nächsten Urlaub sicher regelmäßig.

Gestern haben wir dann an einer Führung durch Schleswig-Holsteins einzige Höhle – die Segeberger Kalkhöhle teilgenommen. Sie ist das größte Winterquartier für Fledermäuse in Deutschland, die teils aus mehreren hundert Kilometern Umkreis jedes Jahr zum Überwintern dorthin kommen. Im letzten Jahr wurden dort rund 21.000 Überwinterungsgäste gezählt! Hier an der „Haupteinflugschneise“ ist ein kompliziertes Lichtschrankensystem installiert, welches die einziehenden Tiere erfasst.

Eingang

Fledermäuse haben wir in der Höhle selbst leider nicht sehen können, da diese in den Sommermonaten die Höhle nicht aufsuchen. Bei der Führung hatten wir auch das große Glück einen weiteren Höhlenbewohner zu sehen – den Segeberger Höhlenkäfer. Ihn gibt es nur in der Segeberger Kalkhöhle und sonst nirgendwo auf der Welt!!! Ein ca. 0,5 cm. großer länglicher, kastanienbrauner Käfer mit verhältnismäßig langen Beinen und Fühlern. Dass wir gleich 2 Exemplare auf der Führung gesehen haben, hat selbst den Führer überrascht – ein seltener Glücksfall und sehr beeindruckend. Leider habe ich kein Foto, da man in der Höhle nicht fotografieren darf. Die kleinen Tierchen ernähren sich von Fledermauskot und reinigen so das Winterquartier der fliegenden Mitbewohner – eine perfekte Symbiose, die schon seit mehreren tausend Jahren reibungslos funktioniert.

Nach einer regnerischen Nacht jagte auch heute Morgen ein Regenschauer den anderen. Deswegen überraschten mich auch die Vogelstimmen auf der Terrasse – lautes geschwätziges Zwitschern vieler Rauchschwalben. Aufgereiht auf dem Geländer saßen dort laut bettelnd 6-8 junge Schwalben, während die Eltern sie fliegend fütterten. Vermutlich durften sie heute ihre ersten Flugversuche unternehmen, denn der Wind stand günstig so dass sie sich einfach nur auf die nächste Windböe legen und lossegeln mussten. Nach und nach hoben sie alle ab und stürzen sich ins Leben.

Rauchschwalbe01 Rauchschwalbe02

So, das war der letzte Bericht aus unserem Sommerurlaub an der Ostsee – morgen geht es zurück Richtung Heimat.


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Urlaubserlebnisse 04.07.2008

Simone R. am 7. Juli 2008 um 11:11
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Strandwetter!!! Und das nun schon 3 Tage lang! Dazu wegen des frischen Windes herrliche Wellen.

Für die Möwen anscheinend auch eine wahre Freude – sie scheinen es richtig zu genießen, in den Windböen dahinzusegeln. Sie schaffen es sogar –scheinbar ohne jeglichen Kraftaufwand) quasi in der Luft zu „stehen“. Packt man am Strand seinen Proviant aus, sind im Nu ein paar Möwen in der Nähe (es könnte ja etwas für sie abfallen).

Lachmöwe Möwe

Eine Lachmöwe schwebte auf Augenhöhe (ca. 1 m vom Boden) genau vor uns lange in der Luft, dass wir sie genau beobachten konnten. Schokobrauner (fast schwarzer) Kopf mit weißen Augenringen, roter Schnabel und rote Füße, schlanke Flügel und schwarze Flügelspitzen. Von den Keksen hat Sie aber trotzdem nichts abbekommen und segelte dann nach einigen Sekunden (wie ich finde mit leicht beleidigtem Blick) von dannen.

Viele schöne Spuren im Sand haben wir auch gefunden:

Spur01 Spuren01

In der Nähe der Felsen war Wolf zusammen mit ein paar anderen Kindern mit dem Kescher zugange und kam plötzlich aufgeregt rufend mit irgendetwas in der Hand angerannt „Ein Fisch, ein Fisch!!“. Schnell befüllten wir den Eimer mit Meerwasser und ließen den Fang hineinplumpsen – eine Babyscholle ca. 4 cm. groß!!!! Perfekt getarnt, dass wir sie im Eimer erst für einen Sandhaufen gehalten haben. Erst bei genauerem Hinsehen konnten wir die Umrisse erkennen (das Blau des Eimers konnte sie zum Glück nicht nachahmen…). Leider ließ sie sich auch nicht gut fotografieren – oben links im Bild kann man die Umrisse erahnen.

Scholle

Natürlich haben wir den kleinen Fisch dann sofort wieder in die Freiheit entlassen.

Zurück in der Ferienwohnung auf der Terrasse, erregte ein schabendes, kratzendes Geräusch meine Aufmerksamkeit. Ich brauchte einige Zeit, um die Ursache auszumachen: Eine Wespe knabberte am Besenstiel – wohl um sich Material für den Nestbau zu beschaffen. Schaut mal, was für ein schönes Tier.

Wespe

So, jetzt habe ich aber lange genug vor dem Computer gesessen – jetzt geht’s wieder Raus an die frische Luft!!


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Urlaubserlebnisse 02.07.2008

Simone R. am 5. Juli 2008 um 12:00
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An unseren nächsten beiden Urlaubstagen war das Wetter zunächst unbeständig und kühl.

Wir haben daher in Kiel/Laboe eine meeresbiologische Station besucht, was wirklich interessant war. Ich wusste bisher nicht, dass die Ostsee erst vor ca. 10.000 Jahren mit Ende der letzten Eiszeit entstanden ist. Sie gilt als das größe Brackwassermeer der Erde und wurde/wird quasi durch einströmendes Salzwasser der Nordsee und dem aus Flüssen zufließenden Süßwasser sowie Regenwasser gespeist (=Brackwasser). Deshalb ist auch der Salzgehalt der Ostsee sehr unterschiedlich von 3,5 % im Kategatt, ca. 1,5 % in der Kieler Förde und nimmt nach Norden hin weiter ab und beträgt oben in Skandinavien nur noch 0,3 – 0,5 %. Das stellt natürlich unheimliche Ansprüche an die in der Ostsee lebenden Tierarten, die mit diesen unterschiedlichen Bedingungen erstmal klarkommen müssen.

Sehr beeindruckend ist auch das Jagdverhalten der Seesterne – Geduld ist das Motto, die setzen sich einfach auf die geschlossenen Muscheln, bis diesen im wahrsten Sinne des „die Luft ausgeht“ (das kann bis zu 6 Stunden dauern). Wenn die Muscheln sich dann öffnen um zu Atmen, stülpen die Seesterne ihren Magen hinein und verzehren das Muschelfleisch. Die Seesterne durften wir sogar anfassen – sie fühlen sich so rau an, wie eine Katzenzunge oder Schmirgelpapier aber gleichzeitig auch weich.

Seestern

Oben im Bild über dem Seestern sind Seeigel zu sehen, welche auch in der Ostsee heimisch sind.

Am nächsten Tag sind wir einfach ein bisschen am Strand entlang spaziert – ein wunderbarer Naturstrand teils mit Steilküste. An einigen Abschnitten ist diese durchlöchert wie ein Schweizer Käse.

Schwalbe01 Schwalbe02

Hier brüten Kolonien von Uferschwalben. Und was für ein Betrieb dort herrscht! Unermüdlich starten und landen die kleinen Flugkünstler geschickt in ihren Behausungen. Dabei wird zur Verständigung immer zwitschernd geschwatzt. Unglaublich, dass es dabei zu keinen Zusammenstößen kommt. Am Fuße einer der Kolonien entdecken wir eine kleine, wohl gerade erst flügge gewordene Schwalbe, welche ihre Flugkünste wohl etwas überschätzt hat.

Schwalbe03

Sie sah ziemlich mitgenommen aus und versuchte und mein Sohn Wolf hatte wirklich Angst, dass sie dort nicht lange überleben kann. Ein Blick ins Vogelbuch später zu Hause beruhigte uns etwas, denn die Kleinen werden wohl noch längere Zeit von den Eltern weiter gefüttert, selbst wenn Sie schon flügge sind. Ich habe aber trotzdem Zweifel, ob Sie von dort unten überhaupt alleine starten kann…

Unterwegs haben wir dann Unmengen schöner Steine, Muscheln uns sonstiges Treibgut gesammelt. Seht mal unsere Schätze:

Stein Schätze

Die Krabben im Bild sind nicht etwa tot, sondern es handelt sich einfach um leere Krabbenpanzer, die von den Krabben mühsam abgestreift werden, wenn sie „herausgewachsen“ sind. Die Krabben häuten sich nämlich einfach, wenn Ihnen der Panzer zu eng wird –praktisch, oder?

So, das war es für heute – mal sehen, was uns morgen erwartet…

Ganz liebe Grüße, Simone & Wolf

P.S.: Wolf hat eben ganz aufgeregt entdeckt, dass die ursprünglich grün-grau gefärbten Krabbenpanzer, die wir gefunden hatten, sich auf der Terrasse (wo ich sie zum fotografieren drapiert hatte) knallrot gefärbt haben. Ging innerhalb von einer Minute…wirklich cool!!


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