Baumperlen

Nachdem ich in den letzten Wochen ungewöhnlich viele Baumperlen gefunden haben – und mir diese von den Bäumen auch „geschenkt“ wurden, scheint mir das ein Fingerzeig, doch mal einen älteren Beitrag aus dem Archiv zu kramen und mit euch zu teilen.

Hier entlang zu den zauberhaften Baumperlen

Zum Beispiel die herzförmige, schwarz/weiße hier – oder die Baumperle auf dem ersten Foto in der Mitte. Nach dem „Schälen“ behielt sie ihre wunderschöne orangefarbene Tönung. Diese Farbe kann man auch an frisch geschnittenem Erlenholz beobachten. Und in der Tat war diese Baumperle das Geschenk einer großen Erle, die im Spessart neben einem Fischteich wächst.

Wie ihr seht, gibt es solche kugeligen Dinger in allen Größen und Formen. Diese Auswüchse bilden sich am Baum, wenn dieser eine Verletzung der Rinde ausheilt oder einen Fremdkörper abstößt. Deshalb schreibt man den Baumperlen auch magische Heilkräfte zu. Wenn der Baum den Heilungsprozess abgeschlossen hat,  fällt die Baumperle irgendwann von selbst ab – oder lässt sich ganz leicht ablösen, ohne dass man irgendwelche Hilfsmittel benutzen muss.

Bitte beachtet dies unbedingt, wenn ihr selbst Baumperlen suchen und sammeln wollt. Deswegen sehe ich jede einzelne Baumperle auch als Geschenk, denn nur wenn sie „reif“ sind und der Baum sie freiwillig und ohne sich zu sträuben hergibt, dann (und nur dann!) nehme ich sie mit. Behandelt die Bäume und ihre Gaben immer mit Respekt.

 

Zauberhafte Baumperlen

Heute haben wir einen ganz wundervollen Gastbeitrag von Sonja Langguth für Euch. Sonja hat sich im vergangenen Jahr ganz, ganz  intensiv mit diesen besonderen „Anhängseln“ der Baumwesen beschäftigt und Ihre Erkenntnisse und Erfahrungen auf unsere Bitte hin einmal niedergeschrieben, damit wir dieses Wissen mit Euch teilen können.

Nochmal vielen lieben Dank dafür, liebe Sonja!

Wer jetzt neugierig geworden ist, der klickt jetzt einfach auf das Zauberwort 🙂   Baumperlen

 

Baumperlen kann man im Prinzip an jeder Baumart finden – es gibt jedoch Bäume, die anscheinend eher dazu neigen. Vielleicht achtet Ihr einfach mal bei eurem nächsten Waldspaziergang darauf und teilt Eure Beobachtungen diesbezüglich mit uns – und mit Sonja? Eine Kontaktmöglichkeit zur Autorin findet ihr am Ende ihres Beitrages.

 

 

Im Auwald…

…haben die Bäume eigentlich immer nasse Füße. Nun hat es ja in den letzten Wochen so wenig geregnet, dass man auch als Zweibeiner dort am Bach entlang laufen kann, ohne nasse Füße zu bekommen. So bietet sich die einmalige Gelegenheit, auch dieses besondere Habitat einmal zu durchstreifen.

Allgegenwärtig die Spuren der Wildschweine, die sich dort ganz besonders wohl zu fühlen scheinen. An vielen Stellen durchqueren sie denn Geräthsbach regelmäßig, das ist nicht zu verkennen. Dort suhlen sie sich auch im Uferschlamm.

Alte, mächtige Erlen bestimmen das Bild dieses Waldes – oft mit bizarren Wuchs und jede scheint eine eigene Persönlichkeit zu haben. In vielen Sagen und Legenden der verschiedensten Regionen Deutschlands hat die Erle einen festen Platz. Da sie überwiegend an ehemals verrufenen und unheimlichen Orten vorkommt (wie Erlenbrüchen, Sümpfen und Mooren) wurde auch der Baum als negativ angesehen. Ein in Nebeln und Sümpfen stehender Baum, der blutet, wenn man ihn fällt (das Holz verfärbt sich an den Schnittstellen rot) wirkt natürlich nicht sehr einladend auf Menschen und wurde deshalb oft mit Dämonen, bösen Geistern und Hexen in Verbindung gebracht. In norddeutschen Volkssagen werden Übeltäter und böse Menschen, aber auch die dänische „Ellefru“ = Elfenfrau in Erlen gebannt. Gerade deshalb aber werde ihr im Volksglauben gleichzeitig auch mächtige Kräfte als Gegenzauber gegen solche bösen Einflüsse zugeschrieben.

Nicht zuletzt wird die Erle ihres bevorzugten Standortes in oder am Wasser schon seit mehr als 1.000 Jahren als Wünschelrute eingesetzt, um Wasseradern aufzuspüren -aber auch um Schätze zu suchen und verlorenes oder entlaufenes Vieh wiederzufinden…

Obwohl die Abendsonne den Erlenbruch grün leuchten ließ, ist die besondere Stimmung dort spürbar. Doch seht selbst: