Ernte – Dank

Ja, diese Jahreszeit ist in der Tat die rechte Zeit, um dankbar zu sein. Dankbar für die schönen, sonnigen Spätsommertage, die wir letzthin genießen durften. Dankbar auch für die Fülle an Früchten, die uns jetzt geradezu in den Schoß (oder im Wals auch schonmal auf den Kopf) fallen. Die Apfelbäume biegen sich diese Jahr geradezu unter der Last der Äpfel und ich sah sogar einige uralte Bäume, die das nicht mehr tragen konnten und deren dicke Äste brachen. Bucheckern rieseln in großen Mengen herab und selbst bei strahlendem Sonnenschein hört es sich so an, als ob es regnet. Der Boden ist auch übersät von Eicheln – das wird mal wieder ein guter Winter für die Wildschweine…“Viele Buchnüsse und Eicheln, dann wird der Winter auch nicht schmeicheln.“ So sagen zumindest die Bauernregeln – lassen wir uns überraschen, wie der Winter dann wird…

Der Herbst zaubert Farbe in die Bäume! Quitten - eine fast vergessene Frucht. Wenn ihr nur riechen könntet, wie aromatisch sie duften…¦
Wenn man weiß, wo sie wachsen, dann kann man auch in unserer Region Esskastanien sammeln…¦ Falläpfel sammeln - was für ein Spaß!
Halo - Erscheinung  ::  hier zwei “Nebensonnen… Erntezeit - auch bei den Pilzen…¦doch Vorsicht: es gibt auch viele giftige Exemplare!

Herbst von Emanuel Geibel (1815-1884)
Ich sah den Wald sich färben,
Die Luft war grau und stumm;
Mir war betrübt zum Sterben,
Und wußt‘ es kaum, warum.

Durchs Feld vom Herbstgestäude
Hertrieb das dürre Laub;
Da dacht‘ ich: deine Freude
Ward so des Windes Raub.

Dein Lenz, der blütenvolle,
Dein reicher Sommer schwand;
An die gefrorne Scholle
Bist du nun festgebannt.

Da plötzlich floß ein klares
Getön in Lüften hoch:
Ein Wandervogel war es,
Der nach dem Süden zog.

Ach, wie der Schlag der Schwingen,
Das Lied ins Ohr mir kam,
Fühlt‘ ich’s wie Trost mir dringen
Zum Herzen wundersam.

Es mahnt‘ aus heller Kehle
Mich ja der flücht’ge Gast:
Vergiß, o Menschenseele,
Nicht, daß du Flügel hast.

Ja – so viele Dinge, für die man dankbar sein könnte. Unsere Phantasie kann uns auch an trüben Herbsttagen in sonnige Gefilde tragen. Tag für Tag eine Gelegenheit, neue Dinge zu erlebe, zu lernen und neue Verbindungen zu knüpfen. Zu anderen Menschen und zu uns selbst. Ich bin sehr dankbar für die Fülle in der Natur um mich herum und in meinem Leben. Und gerade im Moment für das tiefe Gefühl guter Freundschaften, die mich umgeben. Ernte -Dank.

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