Wildschweinbegegnungen….

…in freier Wildbahn sind selten und immer ein besonderes Erlebnis. Obwohl ich regelmäßig oft zu allen Tages- und Nachtzeiten draußen in der Natur unterwegs bin, habe ich tatsächlich erst dreimal ein Wildschwein in Offenbachs Wäldern zu Gesicht bekommen. Ihre Spuren aber sind unübersehbar und allgegenwärtig …also wo stecken die ganzen Schweine bloß? Die Tiere sind schlau, äußerst vorsichtig und verfügen über einen hervorragenen Geruchssinn und ein ausgezeichnetes Gehör, so dass sie im Regelfall längst das Weite gesucht haben, bevor wir Menschen auch nur in Sichtweite geraten.

Der Einzelgänger, den ich letzten Freitag aufgescheucht habe, hat entweder tief und fest geschlafen als ich vorüberging oder war vielleicht ebenso in seine Gedanken versunken wie ich bei meinem Spaziergang. Vielleicht habe ich aber auch gerade wegen meiner Gedankenverlorenheit kaum Vogelalarme ausgelöst, die ihn sonst schon vorher gewarnt hätten….

Hier hatte das Wildschwein seine Liegestatt - gut verborgen hinter einem Gestrüpp am Waldrand schön trocken unter einer alten, großen Fichte…¦

Ich wurde erst aufmerksam, als ich einen bulligen schwarzen Schatten SEHR SCHNELL zwischen den Bäumen von mir wegrennen sah. Mit gesträubter „Rückenmähne“, großen puscheligen Ohren und waagerecht weggestreckten Schwanz. Und das war kein kleines Schwein!!! Erstaunlicherweise fand die doch recht überstürzte Flucht sehr leise statt. Ich habe nicht einen einzigen Zweig dabei knacken hören. Die hochbeinigen Wildschweine bewegen sich erstaunlich elegant und sicher über den unebenen Waldboden.

Weglaufen ist auch die übliche Taktik der Schweine – man braucht im Regelfall also keine Angst zu haben, wenn man sie denn mal zu Gesicht bekommt. Etwas anders ist dies zu Zeiten, wenn die weiblichen Schweine (Bachen) ihre Jungen (Frischlinge) bekommen haben. Sie sind dann äußerst wehrhaft und werden Ihre Nachkommen im Zweifelsfall auch aggressiv verteidigen, wenn sie sich bedroht fühlen.

Die Paarungszeit (Rauschzeit) der Wildsäue dauert in der Regel von Ende Oktober bis März – mit Schwerpunkt November bis Januar. Ca. 4 Monate später kommen dann die Frischlinge zur Welt. Also gerade jetzt im baldigen Frühling sollte man wenn möglich deshalb im Wald auch auf den Wegen bleiben.

Sollte es dann doch eimal zu einer überraschenden Begegnung kommen und ihr dem Tier „Auge in Auge“ gegenüber stehen, dann ist eines wichtig: RUHIG BLEIBEN! Keine hastigen und schnellen Bewegungen machen und darauf achten, das Tier nicht in die Enge zu treiben bzw. ihm eine Rückzugsmöglichkeit geben. Nicht schreien oder herumfuchteln! Im Zweifelsfalle beruhigend mit ihm reden und sich dann LANGSAM schrittweise zurückziehen. Nicht weglaufen – das Schwein ist mit Sicherheit schneller – Wildschweine können im Sprint bis zu 50 km/h schnell werden!

Mehr zum Thema „Draußen sicher unterwegs“ und zum richtigen Verhalten bei einer Wildschweinbegegnung bei unseren nächsten Schupperkursen.

Kommender Termin ? 03.03.2012 diesmal in Karben

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